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Schisandra

Fragen und Antworten zu Schisandra


Stand: 15.05.2011


Was ist Schisandra?

Schisandra ist eine dornige, winterharte Kletterpflanze. Sie kann bis acht Meter hoch werden. Die Früchte der Schisandra sind rot und beerenartig. Aus ihnen wird das Pulver und der Extrakt gewonnen.
Botanischer Name: Schisandra chinensis
Anbau in den chinesischen Provinzen Liaoning, Jilin, Hebei, Heilongjiang. Der chinesische Name für Schisandra ist Wu wei zi. Wenn man Schisandra zu sich nimmt und die Beere ißt, das Pulver oder den Extrakt kostet, spürt man sofort, warum. Wu heißt fünf. Gemeint sind fünf Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, bitter, scharf. Kraut der fünf Geschmacksrichtungen. Jeder Geschmack steht für eine bestimmte Energie, daher läßt sich, in chinesisch-japanischer Tradition, Schisandra als universelles Stärkungsmittel betrachten. In den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde Schisandra ausführlich von russischen Wissenschaftlern erforscht und in den offiziellen Katalog adaptogener Pflanzen aufgenommen aufgenommen (Panossian & Wikman, 2008). Wie andere Adaptogene gilt Schisandra als Nahrungsergänzungsmittel.


Was sind die Wirkstoffe von Schisandra?

Lignane wie Schisandrin B, Gomisane, Schisondrol A, Triterpene gelten als aktive Wirkstoffe. Auch Vitamin C und E; ätherische Öle sind nachgewiesen . Eine Untersuchung weist 39 Wirkstoffe nach (Lu & Chen, 2008). Die Entdeckung neuer Wirkstoffe ist noch nicht abgeschlossen. Die große Zahl der Wirkstoffe und ihre Vielfalt sind ein Schlüssel für die adaptogene Kraft der Heilpflanze und ihren vielfältigen Einsatz. Ähnlich zu anderen adaptogenen Heilpflanzen (Ginseng usw.): die Frucht oder das vollständige Pulver der Schisandrafrüchte verfügen über ein breiteres Spektrum von Wirkkraft im Vergleich zu dem isolierter Wirkstoffe.

Wozu ist Schisandra gut?

Die Vielfalt der Wirkstoffe und die adaptogene Qualität erlauben Schisandra, die Funktionssysteme des Körpers zu aktivieren und zu harmonisieren. Die Chinesen betrachten Schisandra als einen Energiespender, der die Vitalität steigert und bestimmte Organe, insbesondere Leber und Niere kräftigt. Auch aphrodisierende Wirkungen bei Männern wie Frauen sind angesprochen (Winston & Maimes, S. 111).


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Wirkung von Schisandra auf die Augen

Besonders unsere Augen und unser Blut (Leber) betrachten Schisandra als einen guten Freund. Wer viel und auch noch nachts am Steuer sitzt, wird sich auf Schisandra freuen. Sind diese Vorgänge gestört, können die Augen mangelhaft mit Blut versorgt werden. Sie werden trocken und wie sandig (Kaptchuk). „Wenn die Leber Blut empfängt, können die Augen sehen“, heißt es in einem alten chinesischen Text (Nei Jing). Augen- und Sehstörungen werden mit der Leber in Verbindung gebracht. Der russische Adaptogenforscher Antoshechkin schreibt: „Viele Tests haben gezeigt, daß die Einnahme von Schisandra die Nachtsicht und die Anpassung an die Dunkelheit fördert. Diese Eigenschaft von Schisandra in Verbindung mit der Förderung der Konzentrationsfähigkeit hat sich als nützlich für Autofahrer herausgestellt, insbesondere für alte Menschen, da sich die Anpassungsfähigkeit der Augen an Dunkelheit mit dem Alter verringert“ (Antoshechkin, S. 57). Insbesondere nimmt auch die Blendungsempfindlichkeit durch Gegenverkehr zu.

Förderung körperlicher Aktivität durch Schisandra

Arbeitet die Leber gut, kann das Blut sich im Körper ungehindert ausbreiten. Wenn der Körper sehr aktiv ist, muß er mit viel Blut gespeist werden, ist man weniger aktiv, kehrt das Blut in die Leber zurück und wird dort gespeichert. Wer Schisandra einnimmt, verringert seine Müdigkeit oder bleibt länger wach, kann körperlich Anstrengung länger durchhalten (etwa im Sport), insbesondere wenn viel Ausdauer erforderlich ist (Antoshechkin). Als Adaptogen verfügt Schisandra über vielfältige Wirkungen, wie wir sie auch bei anderen Adaptogenen vorfinden. Das spezielle Wirkungsfeld von Schisandra ist die Harmonisierung der Leberfunktion. Die Beeinträchtigung der Leberfunktion kann im Organismus vielfältige Probleme schaffen. Die Leber entgiftet und reinigt das Blut. Die Leber wirkt ausgleichend für die Verdauung. Sie kontrolliert die Gallensekretion. Galle ist notwendig zur Verdauung von Nahrung und Flüssigkeit. Der dritte Einflußbereich der Leber ist die Harmonisierung der Emotionen. Eine Disharmonie der Leber wirkt auf den Gemütszustand der Menschen, insbesondere auf Wut und Ärger. Die Leber läßt sich daher als eine „ganzheitliche Entgiftungsfabrik“ des Körpers verstehen. Als Adaptogen hilft Schisandra jenen, die Streß ausgesetzt sind, sei er körperlicher oder psychischer Natur (Panossian, Wikman u.a.). Da Schisandra bestimmte Organe (Leber, Niere,Herz) kräftigt, hilft es auch, die Gefühle zu harmonisieren (nach der chinesisch-japanischen Medizin sind Organe wie Niere oder Leber auch Sitz bestimmter Gefühle; siehe Kaptschuk; Platsch). Geistige Leistungssteigerung wird gleichfalls mit Schisandra in Verbindung gebracht (Antoshechkin; Panossian & Wagner; Winston & Maimes). Schisandra ist sowohl beruhigend wie stimulierend und hilft uns mit Sorgen und Angst körperlich besser fertig zu werden. Andererseits fördert Schisandra unsere Wachsamkeit ohne die stimulierenden Wirkungen von Kaffein und Neuroenhancern und ohne deren Nebenwirkungn (Winston & Maimes, S. 89). Die Abbildung zeigt uns, was wir erwarten können. Behandeln wir unsere Organe gut, in dem wir Streß von ihnen fernhalten, geht es uns besser, auch psychisch. Unsere Gefühle bleiben in einem harmonischen Bereich. Der Pfeil zeigt die spefizische Wirkung von Schisandra, was nicht bedeutet, andere Organe würden von Schisandra nicht „profitieren“.

Andere Adaptogene wirken auf andere Organe. Daher erlauben uns adaptogene Heilpflanzen, vorbeugend unser „Innenleben“ (sei es biologisch, sei es psychisch) zu schützen. Alle Adaptogene gleichen daher auch einer „Körperpolizei“: sie helfen, unseren Organismus vor Störungen (Stress und dessen Folgen) wirksamer zu schützen. In der reichhaltigen Literatur sind zahlreiche weitere Anwendungsfelder genannt. Die Schizandra Beere, aus welcher das Pulver und die Extrakte gewonnen werden, wird als Quintessenz der chinesischen tonischen Heilpflanzen bezeichnet. Schisandra gilt als die einzige Pflanze in der Welt, die ein Tonikum für alle Drei Schätze Jing, Qi, Shen (Sexualkraft, Lebensenergie, Geist) darstellt (Kaptchuk), die Zutritt zu allen zwölf Meridianen (Energieleitsbahnen) der Organe besitzt und alle fünf Elmente (Wasser, Holz, Feuer, Erde, Metall) ernährt (Dragon herbs, http://www.dragonherbs.com/prodinfo.asp?number=008).

Was unterscheidet Schisandra von anderen adaptogenen Pflanzen?

Sieht man sich die Wirkungsfelder von adaptogenen Heilpflanzen wie Jiaogulan, Panax Ginseng, Reishi, Rhodiola, He Shou Wu, Eleuthero und andere an, stellt man fest, daß sie sich einerseits in großem Maß überschneiden; andererseits jedoch auch in bestimmten Bereichen besonders wirkungsstark sind. Die Wirkkomponenten sind einerseits unterschiedlich, in ihrem Zusammenwirken aber auch sehr ähnlich. Jedes Adaptogen besitzt aber sein eigenes Wirkungsfeld, verfügt über seinen eigenen Charakter. Ein weiterer Unterschied: Es gibt Pflanzen, die wirken relativ rasch – ihre Wirkung läßt aber auch schneller nach, und andere, die wirken langsamer aber anhaltender. Schisandra gehört zu den Raschwirkern. Nach circa 30 Minuten beginnt die Wirkung. Sie dauert vier bis sechs Stunden (Panossian & Wagner). Um die Wirkung zu erhalten – etwa bei einem Fernlastfahrer oder bei stressiger Arbeit im Büro – wäre somit Schisandra über den Tag verteilt einzunehmen.


Welche wissenschaftlichen Beweise gibt es für Wirksamkeit von Schisandra?

Schisandra gehört zu jenen adaptogenen Heilpflanzen, welche sehr früh wissenschaftlichen Tests unterworfen wurden. Zwar ist Schisandra in der traditionellen chinesischen und japanischen Heilkunde nicht nur seit Jahrhunderten im Gebrauch und dort auch gut untersucht. Moderne Forschungsmethoden zur Wirksamkeit wurden jedoch zunächst in der damaligen Sowjetunion von jenen Forschern angewendet, welche bestimmte Pflanzen und Pilze mit speziellen Wirkkräften als Adpatogen bezeichneten. Die Russen waren speziell daran interessiert, Pflanzen ausfindig zu machen, welche Menschen, die großen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt waren, Hilfe bieten konnten. Dabei stießen sie früh auf Schisandra, welches auch im Fernen Osten Rußlands geerntet wurde. Testpersonen waren hochgradigem Streß ausgesetzte Athleten, Astronauten, Militärs, Seeleute. Die Ergebnisse waren so überzeugend, daß man diesen Personengruppen Schisandra zur Einnahme empfahl (siehe Antoshechkin und Panaossian & Wikman und die dort ausgewerteten Forschungsergebnisse). Jüngere Forschungsergebnisse haben diese Ergebnisse bestätigt. In einer prominenten amerikanischen Literaturübersicht finden sich 355 wissenschaftliche Artikel (seit 1972).



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Welche Mengen von Schisandra sind zu empfehlen?

1.5 bis 6 Gramm Pulver pro Tag, weniger bei Extrakten. Getrocknete Früchte ein bis 15 Gramm. Wie immer: mit geringen Mengen anfangen, den Körper reagieren und die gestreßten Köperorgane sich harmonisieren lassen.


Macht Schisandra abhängig?

Nein. Schisandra ist keine Droge, kein Doper. Schisandra stimuliert und energetisiert, ohne abhängig zu machen. Wer es nimmt, tut seinem Körper einen großen Gefallen. Wer es absetzt, erleidet keinen Einbruch. Das gilt für alle Adaptogene (Winston & Maimes, S. 61-69).

Was ist der Unterschied zwischen einem stimulierenden, tonischen und adaptogenen Wirkstoffkomplex?

Es ist wichtig, zwischen Anregungsmittel, Tonikum und Adaptogen zu unterscheiden. Ein Stimulanz wie Kaffee oder Nikotin, von härteren Drogen und Neurodoping ganz zu schweigen, macht kurzfristig munter („high“), danach fällt der Körper auf Müdigkeit zurück. Es wird schlimmer wie vorher: Kopfweh, Müdigkeit, Konzentrationsmangel ziehen ein (Rötzer). Das schafft Abhängigkeit. Ein tonischer Wirkstoff hat diese negativen Wirkungen nicht. Er stärkt und belebt verschiedene Organe und Körpersysteme. Diese Vorteile bleiben bestehen. Es gibt nach Absetzen keinen Einbruch. Adaptogene wie Schisandra stärken die energetische Bilanz des Organismus dauerhaft. Auch keine Nebenwirkungen. Adaptogene sind tonisch und zusätzlich verfügen sie über die Eigenschaften adaptogener Pflanzen.

Alle Adaptogene sind tonisch, aber nicht jedes Tonikum ist adaptogen.

Aufgrund der besonderen Eigenschaften von Adaptogenen werden bei der Vermarktung von Produkten zunehmend Pflanzen mit adaptogenen Eigenschaften ausgestattet, die nach den Kriterien der Wissenschaft keine solchen besitzen.

Welche Schisandraprodukte bietet Teepower seinen Kunden?

Teepower bietet seinen Kunden gegenwärtig Schisandrapulver, Schisandraextrakt und eine Pulver-Extraktmischung. Schisandra ist auch als Kapsel alleine oder in Kombination mit anderen Heilpflanzen verfügbar. Das Pulver enthält sämtliche Wirkstoffe der Schisandrafrucht. Es läßt sich vielfältig verwenden (siehe die ausführlichen Gebrauchshinweise und Vorschläge, die jeder Bestellung beiliegen). Alleine genommen, zum Essen, Trinken (Fruchtsäfte, Kaffee), Kochen. Auch in Kombination mit Pulver und Extrakten anderer Adaptogene.
Der angebotene Extrakt von Schisandra ist hochkonzentriert (10:1): Aus 10 kg Pulver werden 1 kg Extrakt gewonnen. Die Produkte stammen aus biologischer Produktion und sind nach anspruchsvollen Produktionsstandards (etwa der Europäischen Union) erzeugt.
Man achte beim Kauf darauf, was man kauft, was drin ist im Angebot. Was wir beobachten ist oftmals große Unklarkheit (Intransparenz) in den Angeboten, auch bei Schisandra. Man erfährt nicht, was wirklich drin ist, sogar wieviel drin ist.

Läßt sich Schisandra mit anderen adaptogenen Heilpflanzen kombinieren?

Negative Wechselwirkungen sind uns nicht bekannt. Eher können wir auf synergetische Wirkungen setzen. Die Pflanzen unterstützen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Wirkstoffe gegenseitig. Als ein harmonisch wirkender Wirkstoffkomplex harmonisiert Schisandra mit anderen Heilpflanzen.
In der orientalischen Heilkunde wird Schisandra (chinesisch yang-Eigenschaften) oftmals zusammen mit Ginseng (chinesisch yin-Eigenschaften) eingenommen. Wir empfehlen auch die Kombination mit Jiaogulan, insbesondere für Frauen.


Welche Nebenwirkungen sind zu beachten?

Schisandra läßt sich auch auf lange Sicht einnehmen. Nebenwirkungen sind auch von den skeptisch-westlichen Beobachtern von Heilpflanzen (Klauch, 2005) nicht erwähnt.

Für wen ist Vorsicht angebracht?

Schwangere Frauen sollten Schisandra wie andere Adaptogene nicht zu sich nehmen. Wenn eine größere Operation ansteht, sollte die Einnahme abgesetzt (Vorsichtsmotiv) und die Ärzte informiert werden.

Literatur

Es existiert eine reichhaltige Literatur. Auch Online. Uns ist es rechtlich nicht gestattet, krankheitsbezogene Information auf unserer Website wiederzugeben. Teepower verfolgt ständig die wissenschaftliche Literatur. Neue Erkenntnisse fügen wir bei Fragen und Antworten ein. Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Anatoly G. Antoshechkin: Adaptogens and health care. Bloomington, Author House, 2005.
(Untersucht werden vom Autor die Adaptogene Schisandra, Eleutheros und Rhodiola). J.L. Hancke u.a. , Schisandra chinensis (Turcz.) Bail, Fitoterapia, Band 70, Ausgabe 5, 1999, S. 451-471.
Ted J. Kaptchuk, Das große Buch der chinesischen Medizin, 3. Auflage 2008. Detlef Klauck, Schisandrafrüchte (wuweizi), Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 05/2005.
Yan Lu & Dao-Feng Chen, Analysis of Schisandra chinensis and Schisandra sphenanthera, Journal of Chromatography, Band 1216, März 2009, S. 1980-1990.
A. Panossian & H. Wagner, Stimulating effect of Adaptogens: an overview with particular reference to their efficacy following single dose administration, Phytotherapy Research, Band 19, 2005, S. 819-838.
A. Panossian & G. Wikman, Pharmacology of Schisandra Chinensis Bail.: an overview of Russian research, J. Ethnopharmacol., 118(2), 2008, S. 183-212
A. Panossian, G. Wikman und andere, Adaptogens exert a stress-protective effect by modulation of expression of molecular chaperones, Phytomedicine, Band 16, Heft 6-7, 2009, S. 617-622. (Die Autoren untersuchen in diesem Beitrag die vor Stress schützende Wirkung von Schisandra, Eleuthero und Rhodiola).
Klaus-Dieter Platsch, Psychosamatik in der chinesischen Medizin, 2. Auflage, 2005 und Rötzer, Florian, Macht Koffein munter? Telepolis, 3. Mai 2009, http://www.heise.de/tp/blogs/3/137154
David Winston & Steven Maimes: Adaptogens. Herbs for stamina and stress relief, 2006, Rochester: Healing Arts Press.
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