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Adaptogene

Wir können hier nur allgemeine Hinweise auf die gesundheitsfördernden Eigenschaften ohne jeglichen Bezug auf eine Krankheit geben. Dies verlangt der Gesetzgeber. Sie müssen sich so selbst informieren.

1. Hintergrund

Die modernen Erkenntnisse zu Adaptogenen gehen auf russische Forschungen zurück, die Jahrzehnte zurückliegen.
Die Russen waren daran interessiert, Heilpflanzen zu finden, welche Menschen, die großen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt waren, Hilfe bieten konnten. Dabei stießen sie früh auf Ginseng, Schisandra, Rhodiola, welche auch im Fernen Osten Rußlands geerntet wurden. Testpersonen waren hochgradigem Streß ausgesetzte Athleten, Astronauten, Militärs, Seeleute. Die Ergebnisse waren so überzeugend, daß man diesen Personengruppen die Heilpflanzen zur Einnahme empfahl (siehe Antoshechkin und die dort ausgewerteten Forschungsergebnisse). Die jüngere Forschung konnte die russischen Erfahrungen weitgehend bestätigen und die zugrundeliegenden Wirkungsmechanismen transparenter machen. Diese Forschungen stützen die Erkenntnisse der traditionellen Medizin in Ostasien (China, Japan, Korea, Indien), sind aber auch mit europäischen Einsichten der Pflanzenheilkunde vereinbar. Eine von 300 Heilpflanzen besitzt adaptogene Eigenschaften.

2. Streß

Die Forscher haben Menschen untersucht, die Streß ausgesetzt waren. Streß heißt: eine erhöhte körperliche und geistige Belastung, die zu Anspannung, Erschöpfung, Energieverlust führen kann. Streß ist eine Reaktion des Menschen und seines Körpers auf eine Gefahr, eine Störung, eine Belastung.
Es gibt zwei Arten von Streß: akut und chronisch. Akuter Stress mobilisiert die Immunabwehr vorübergehend. Chronischer Stress führt zu einer Unterdrückung der körpereigenen Abwehr. Wir schalten unsere Körperpolizei aus.
Wenn Streß chronisch ist, beruflich bedingt, oder durch die Lebensweise, leiden Organismus und Psyche dauerhaft. Jede(r) Zweite hat Dauerstreß. Wichtige Ursachen: Zeit- und Termindruck, Arbeitsüberlastung, Doppelbelastung von Beruf und Haushalt, Angst vor Arbeitsplatzverlust, Probleme mit Vorgesetzen.
Bei Dauerstreß ist der Körper ist in ständiger Alarmbereitschaft, funktioniert außerhalb seiner normalen Harmonie. Das hormonale Gleichgewicht, die neuroendokrine Sekretion wird verändert. Das Immunsystem wird in Mitleidenschaft gezogen.
Die Funktion eines Adaptogens besteht in der Anpassung des Organismus an Störungen und Belastungen, kommen sie von innen oder von außen. Belastungen mit Streßfolge sind im Leben normal. Nur ein toter Organismus hat Streß hinter sich gebracht. Wie man mit Streß umgeht, woher die Anpassungsenergie an Störungen kommt, wie man sie verliert und neu erzeugt, wie ein Organismus nachhaltig, ohne Raubbau (Rauchen, Trinken, zu viel Essen, „Doping“ usw.) mit Störungen umgeht, genauer umzugehen lernt, also seine gesunde Funktionsweise erhält, auch bei zunehmendem Alter, darum geht es bei der Betrachtung von Adaptogenen. Ein Adaptogen hilft dem Organismus funktionsfähig zu bleiben.

Alle Adaptogene gleichen daher auch einer „Körperpolizei“: sie helfen, unseren Organismus vor Störungen (Stress und dessen Folgen) besser zu immunisieren. Adaptogene Heilpflanzen erlauben uns, vorbeugend unser „Innenleben“ (sei es biologisch, sei es psychisch) wirksamer zu schützen.

Wenn wir in unsere Überlegungen in zwei Sätzen zusammenfassen würden, könnten diese lauten: Streß, umfassend verstanden, vernichtet, schleichend, Lebensenergie. Ohne Energie ist der Organismus tot. Adaptogene wirken gegen Streß, verlangsamen den energetischen Niedergang des Körpers, einschließlich des Gehirns. Das ist alles. Adaptogene funktionieren als die „Unternehmer“ des Organismus. Sie spenden Energie, genauso wie Unternehmer die Wirtschaft am Leben halten. Adaptogene unterstützen uns, unsere eigenen psychischen und körperlichen Ressourcen besser zu nutzen.

3. Wirkung

Adaptogene stärken die physische und geistige Vitalität. Sie geben dem Körper und Geist Energie. Sie stärken die Widerstandskraft des Organismus gegen physische, chemische, biologische und psychische Stressoren. Sie helfen, das Hormonsystem in einem funktionstüchtigen Zustand zu halten.

Sie wirken daher, wie die Forschung sagt, nicht-spezifisch. In diesem Sinne arbeiten die Adaptogene in gleicher Weise, obwohl ihre Wirkstoffe sich stark unterscheiden.

  • Adaptogene sind in sich vielfältig, verfügen über viele Wirksubstanzen.
  • Wer mehrere Adaptogene zu sich nimmt, erhöht ihre Wirkungsvielfalt erneut. Denn die Wirkstoffe unterschiedlicher Adaptogene sind nicht identisch, vielmehr unterscheiden sie sich beträchtlich.
  • Adaptogene können synergetisch zusammenwirken, was ihre Vielfalt weiter steigert.
  • Adaptogene und herkömmlich erzeugte und eingesetzte Medikamente können gleichfalls synergetisch wirken.
  • Wenn wir adaptogene oder allgemein alternative Ansätze der Heilung miteinander kombinieren, steigt wiederum die Vielfalt.
  • Adaptogene verfügen über ein breites Einsatzgebiet: von der Prävention über Diagnose bis zu Therapie. Sie sind also vielfältig nutzbar.

Das Verblüffende ist daher: Die Wirkkräfte bei adaptogenen Pflanzen sind sehr verschieden, sogar grundsätzlich andere. Dennoch scheinen sie, bezogen auf die Symptome, ähnlich zu wirken bzw. Gleiches zu bewirken, wie etwa die Stärkung des Immunsystems oder die Normalisierung des Hormonsystems. Nur tun sie es auf ganz verschiedene Weise. Ihre Wirkungsmechanismen unterscheiden sich. Für alle gilt: ihre hohe Biokomplexität schafft das Potential für eine komplexe Wirkung; die Komplexität des Organismus ist anerkannt, wird nicht reduziert, um ihn für einen oder wenige Wirksubtanzen „gefügig“ zu machen.

Die obige Abbildung zeigt uns, was wir erwarten können. Behandeln wir unsere Organe gut, in dem wir Streß von ihnen fernhalten, geht es uns besser, auch psychisch. Das Umgekehrte gilt auch: Seelischer und psychischer Streß sind Folge körperlicher Schwierigkeiten. Wenn Adaptogene helfen, unseren Organismus in guter Verfassung zu halten hilft das auch unserer Psyche. Die Wissenschaft spricht von Homöostase (Aufrechterhalten eines relativ konstanten inneren Milieus oder Gleichgewichts trotz Störungen) und Allostasis (Homöostase durch Veränderung).

4. Folgen für die Praxis

Da Adaptogene Ähnliches bewirken, heißt das nun, es genügt, wenn ich ein ganz bestimmtes Adaptogen (etwa Ginseng) für mich nutze? Manchmal, aber nicht immer. Zum einen kann unter bestimmten Bedingungen ein Adaptogen nicht hinreichend wirksam sein. Da der Organismus komplex ist, gibt es immer Situationen, wo die Wirkstoffe eines spezifischen Adaptogens in bestimmten Situationen nicht greifen. Ein anderes könnte dann helfen. Adaptogene unterscheiden sich danach, auf welche Organe sie besonders gut wirken.

Sieht man sich die Wirkungsfelder von adaptogenen Heilpflanzen wie Jiaogulan, Panax Ginseng, Reishi, Rhodiola, He Shou Wu, Schisandra, Eleuthero und andere an, stellt man fest: Sie überschneiden sich einerseits in großem Maße; sie wirken auch alle nicht-spezifisch. Andererseits sind sie in bestimmten Bereichen besonders wirksam. Einige sind gut für die Nieren, andere für die Leber, wieder andere helfen uns besser zu schlafen. Jedes Adaptogen besitzt sein eigenes Wirkungsfeld, verfügt über seinen eigenen Charakter. Sie sind also nicht austauschbar. (Mehr Informationen dazu in „Fragen und Antworten“ zu den einzelnen Adaptogenen).

Es ist also gut, Adaptogene zu kombinieren. Was das eine nicht ganz schafft, kann das andere leisten. Weiterhin: Adaptogene wirken synergetisch. Was heißt das? Synergie bedeudet das Zusammenwirken verschiedener Faktoren (Wirkstoffe): Die Gesamtwirkung von A (Jiaogulan) und B (Schisandra) ist größer als die Gesamtwirkung der jeweils isolierten Faktoren (Einzelteile, Wirkstoffe). Die Gesamtwirkung ist größer als die Summe seiner Teile. Jiaogulan und Schisandra zusammen genommen, erzielen eine höhere Wirkung, als wenn man nur die Wirkung von Jiaogualan und Schisandra jeweils für sich betrachtet und zusammenfügt. 1 + 1 ist größer als 2.

Seelischer und psychischer Streß sind Folge körperlicher Schwierigkeiten. Wenn Adaptogene helfen, unseren Organismus in guter Verfassung zu halten (die Wissenschaft spricht von Homöostase und Allostase), hilft das auch unserer Psyche.

5) Adaptogene, Drogen, Stimulanzen

Adaptogene haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Stimulatoren: Sie machen nicht abhängig. Adaptogene sind keine keine Drogen, keine Doper. Sie stimulieren und energetisieren - ohne abhängig zu machen. Wer es nimmt, tut seinem Körper einen großen Gefallen. Wer es absetzt, erleidet keinen Einbruch. Das gilt für alle Adaptogene (Winston & Maimes, S. 61-69).

Es ist daher wichtig, zwischen Anregungsmittel, Tonikum und Adaptogen zu unterscheiden. Ein Stimulanz wie Kaffee oder Nikotin, von härteren Drogen und Neurodoping ganz zu schweigen, macht kurzfristig munter („high“), danach fällt der Körper auf Müdigkeit zurück. Es wird oft schlimmer wie vorher: Kopfweh, Müdigkeit, Konzentrationsmangel ziehen ein. Das schafft Abhängigkeit. Ein tonischer Wirkstoff hat diese negativen Wirkungen nicht. Er stärkt und belebt verschiedene Organe und Körpersysteme. Diese Vorteile bleiben bestehen. Es gibt nach Absetzen keinen Einbruch. Adaptogene stärken die energetische Bilanz des Organismus dauerhaft. Auch (fast) keine Nebenwirkungen. Adaptogene haben ausgeprägte tonische Wirkungen und zusätzlich verfügen sie über die genannten Eigenschaften adaptogener Heilpflanzen.

Alle Adaptogene sind tonisch, aber nicht jedes Tonikum ist adaptogen.

Hinweis: Die energetische Kraft der Adaptogene spricht sich herum und wird vom Marketing aufgegriffen. Die Amerikaner schlagen besonders zu. Alles Mögliche wird mit dem Namen Adaptogen geschmückt. Die Liste der Adaptogene ist kurz.
Gute Quellen mit wissenschaftlichen Belegen sind:

Anatoly G. Antoshechkin.: Adaptogens and health care. Bloomington, 2005.
Michael Blumert & Jialiu Liu, Jiaogulan. Chinas „Pflanze der Unsterblichkeit“. Edition Aeculap, 2007.
Andreas Noll, Hrsg., Stresskrankheiten, 2006.
J.P. Saleeby: Wonder herbs. A guide to three adaptogens, Philadelphia: Xlibris Corporation. 2006.
Frank Daniel Schulten, Ling Zhi [Reishi]. König der Heilpilze. Windpferd. 2003.
Reinhard Tausch, Hilfen bei Streß und Belastung, Rowohlt, 1993.
David Winston & Steven Maimes: Adaptogens. Herbs for stamina and stress relief, Rochester: Healing Arts Press. 2006

„ ...und weil es der Gesundheit zuträglich ist , beschloss ich glücklich zu sein.“

Voltaire 1694 - 1778


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Stressmanagement


Stressmanagement durch adaptogene Heilpflanzen.


Produktübersicht


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