Adaptogene
Fragen & Antworten zu Astragalus
1. Was ist Astragalus?
Botonischer Name: Astragalus membranaceus (Tragant) Astralagus ist eine chinesische Heilpflanze aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Ihre Heimat sind Steppe und Gebirge von Zentral- und Nordasien. Aus der Provinz Gansu – Nachbar von Tibet und Shaanxi (Anbau von „Tiger“-Jiaogulan) - kommt der Astragalus von Teepower. Der chinesische Name Huang Qi bedeutet „gelber Führer“ und kommt von den gelben Wurzeln der Pflanze. Astragalus wird seit 4000 Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Die Pflanze gilt als "Senior aller Heilkräuter“. Astragalus gibt es in 1600 bis 2500 Arten. Nur Membranaceus hat eine nachgewiesene Heilkraft ohne ernsthafte Nebenwirkungen. Die Pflanze ist 60 bis 120 cm hoch und hat weiße oder gelbe Blüten. Die Wurzeln der vier- bis siebenjährigen Pflanze werden als Nahrungsergänzungsmittel genutzt. Die Heilkraft liegt in ihren Wurzeln.
Astralagus wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt, um das wei qi zu stärken, die Energie (qi) des Widerstands des Körpers gegen „Feinde“ von innen und außen, also Störungen, welche das Funktionieren des Organismus gefährden können.
Was sind die Wirkstoffe von Astragalus?
Die wichtigsten sind die Polysaccharide, Vielfachzucker, die gegenüber den Einfachzuckern den Vorteil haben, nicht sofort in den Körper überzugehen. Sie sorgen damit für eine gleichmäßige Energieversorgung. Blutzuckerschwanungen bleiben eher aus. Die Vielfachzucker vermögen Immunzellen, die Makrophagen, unseres Körpers zu aktivieren. Die Makrophagen zirkulieren in unserem ganzen Körper und bekämpfen Viren, Bakterien, Pilze, und andere potentielle Schädlinge. Die Stärke unseres Abwehrsystems steht in direktem Zusammenhang mit der Leistungsfähigkeit der Makrophagen. Die Forschung, , bezüglich der Polysaccharide des Astragalus (131 Artikel in einer amerikanischen Quelle) hat in den vergangenen Jahren erstaunliche Ergebnisse gezeitigt, über welche wir hier nur eingeschränkt informieren können.
Neben den Vielfachzuckern finden wir Triterpene, Saponine, Flavonoide, Linolsäure, Isoflavonoide, Soysponine und weitere Wirkstoffe.
Die große Zahl der Wirkstoffe und ihre Vielfalt sind ein Schlüssel für die adaptogene Kraft der Heilpflanze Astragalus und ihrem vielfältigen Einsatz. Ähnlich zu anderen adaptogenen Heilpflanzen verfügen die Wurzeln und die aus ihr gewonnenen Extrakte über ein breiteres Spektrum von Wirkkraft im Vergleich zu dem isolierter Wirkstoffe. Quelle: Upton, Astragalus, Encyclopedia of Dietary Supplements, 2007.
Die Vielfalt der Wirkstoffe und die adaptogene Qualität der Pflanze erlauben Astragalus auch eine Vielfalt von Funktionssystemen des Körpers zu aktivieren und zu harmonisieren.
Die Stärkung bzw. der Erhalt der Funktion des Immunsystems ist als erstes zu betonen. Im Handbuch Encyclopedia of Dietary Supplements lesen wir im Artikel von Roy Upton:„Die Wurzel von Astragalus (Astragalus membranaceus und Astragalus mongholicus) ist eine der wichtigsten Pflanzenprodukte der traditionellen chinesischen Medizin um den Immunwiderstand zu stärken.“ Das Immunsystem arbeitet als „Polizei“ unseres Organismus. Es hält Eingriffe von unserem Körper fern, die unsere Gesundheit gefährden könnten. Astragalus hilft, das Immunsystem in einem Wirkungsbereich der Homöostase und Homöodynamik (siehe Artikel Adaptogen) zu halten.
Der Begriff Adaptogen bezieht sich auf natürliche Heilpflanzen, von denen man vermutet, daß sie die Widerstandskraft des Körpers gegen Stress, Müdigkeit, Angst und andere negative Emotionen erhöhen. Adaptogene als Heilpflanzen reichen mehrere Tausend Jahre zurück, in das alte Indien und China. Die modernen Untersuchungen beginnen in der der Mitte des vorigen Jahrhunderts, als russische Forscher um Nikolai Lazarev vorschlagen, als Adaptogene jene Pflanzen zu bezeichnen, die dem Körper erlauben, mit physischen, chemischen und biologischen Stressoren (Stress verursachenden Einwirkungen) besser fertig zu werden, das heißt dem Körper an Stress besser „anzupassen“ (adaptieren).
Wie andere Adaptogene, hilft Astragalus mit körperlichem und psychischem Streß – was immer die Ursachen sein mögen – besser fertig zu werden. Da Astragalus zahlreiche Organe (siehe Abbildung) kräftigt, hilft es auch, die Gefühle zu harmonisieren, die mit diesen Organen verbunden sind (Kaptchuk, 2008, S. 144-7).
Die durch Astragalus besonders geförderten Organe zeigt die Abbildung: Leber, Niere, Milz, Herz, Lunge. Andere Adaptogene wirken auf andere Organe, oftmals auch auf die gleichen. Astragalus schützt die Zellen vor einem rascheren Altern und gilt daher als Mittel des Anti-aging.
Des weiteren verfügt Astragalus über die Fähigkeit, sog. freie Radikale in ihrer Wirkung zu bremsen, hat also anti-oxidante Wirkungen. Freie Radikale schädigen die Zellen und bewirken deren schnelleres Altern. In der reichhaltigen Literatur sind zahlreiche weitere Anwendungsfelder zu Astragalus genannt. Wir müssen den Leser aus rechtlichen Gründen bitten, sich hierüber selbst kundig zu machen.
Sieht man sich die Wirkungsfelder von adaptogenen Heilpflanzen wie Astragalus, Jiaogulan, Panax Ginseng, Schisandra, Reishi, Rhodiola, He Shou Wu, Eleuthero und andere an, stellt man fest, daß sie sich in großem Maß überschneiden. Beispiel: Astragalus und Schisandra unterstützen beide die Leberfunktion. Sie tun es aber unterschiedlich – ohne sich wechselseitig in die Quere zu kommen. Ihre Wirkstoffe sind verschieden. Sie arbeiten anders im Organismus. Sie gehen andere Wege – kommen aber beide ans gleiche Ziel: Unterstützung der Leber.
Jedes Adaptogen besitzt daher auch sein eigenes Wirkungsfeld, verfügt über seinen eigenen Charakter.
Daher erlauben uns adaptogene Heilpflanzen, vorbeugend unser „Innenleben“ (sei es biologisch, sei es psychisch) wirksamer zu schützen. Alle Adaptogene gleichen daher auch einer „Körperpolizei“: sie helfen, unseren Organismus vor Störungen (Stress und dessen Folgen) zu immunisieren. Astragalus tut dies mit anderen Wirkstoffen.
Astragalus gehört zu jenen adaptogenen Heilpflanzen, welche relativ spät wissenschaftlichen Tests unterworfen wurden. In China ist Astragalus seit fast 4000 Jahren, nach einigen Quellen, im Einsatz. Die moderne Forschung ist jedoch jüngeren Datums, schreitet aber rasch voran. Die unten genannte Literatur gibt einen Einblick. Wir haben 417 wissenschaftliche Aufsätze allein in englischer Sprache gezählt (Stand Juni 2009). 48 Beiträge beschäftigen sich mit dem Immunsystem, 44 mit der Wirkung auf das Zellwachstum.
Wir verfolgen die Wissenschaft zu Adaptogenen permanent. Wenn es Untersuchungen gibt, die Unwirksamkeit oder ungute Wirkungen nachweisen, informieren wir umgehend.
Wir können auf synergetische Wirkungen setzen. Was heißt das (ausführlich siehe Artikel Adaptogen auf unserer Website)? Synergie bedeutet das Zusammenwirken verschiedener Faktoren (Wirkstoffe): Die Gesamtwirkung von A (Astragalus ) und B (Ginseng, oder Jiaogulan, andere andere ) ist größer als die Gesamtwirkung der jeweils alleine verwendeten Adaptogene. Die Gesamtwirkung ist größer als die Summe der Teile. Astragalus und Ginseng zusammen genommen, erzielen eine höhere Wirkung, als wenn man nur die Wirkung von Astragalus und Ginseng jeweils für sich betrachtet und zusammenfügt. 1 + 1 ist größer als 2.
Negative Wechselwirkungen sind uns nicht bekannt. Die Pflanzen unterstützen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Wirkstoffe gegenseitig. Als ein harmonisch wirkender Wirkstoffkomplex harmonisiert Astragalus mit anderen Heilpflanzen und grünem Tee.
1.5 bis 3 Gramm Extrakt pro Tag.
Wie immer: mit geringen Mengen anfangen, den Körper reagieren, sich anpassen und die gestreßten Köperorgane sich harmonisieren lassen.
Nein. Astragalus ist keine Droge, kein Doper. Warum Sportler – ausgenommen aus China, früher Sowjetunion - keine Adaptogene nehmen, bleibt uns rätselhaft. Die Heilpflanze stimuliert und energetisiert, ohne abhängig zu machen. Wer es nimmt, tut seinem Körper einen Gefallen. Wer es absetzt, erleidet keinen Einbruch. Das gilt für alle Adaptogene (Winston & Maimes, S. 61-69).
Was ist der Unterschied zwischen einem stimulierenden, tonischen und adaptogenen Wirkstoffkomplex?Es ist wichtig, zwischen Anregungsmittel, Tonikum und Adaptogen zu unterscheiden. Ein Stimulanz wie Kaffee oder Nikotin, von härteren Drogen und Neurodoping ganz zu schweigen, macht kurzfristig munter („high“), danach fällt der Körper auf Müdigkeit zurück. Es wird schlimmer wie vorher: Kopfweh, Müdigkeit, Konzentrationsmangel ziehen ein (Literatur: Rötzer). Das schafft Abhängigkeit. Ein tonischer Wirkstoff hat diese negativen Wirkungen nicht. Er stärkt und belebt verschiedene Organe und Körpersysteme. Diese Vorteile bleiben bestehen. Es gibt nach Absetzen keinen Einbruch. Adaptogene wie Astragalus stärken die energetische Bilanz des Organismus dauerhaft. Auch keine Nebenwirkungen. Adaptogene sind tonisch und zusätzlich verfügen sie über die Eigenschaften adaptogener Heilpflanzen.
Alle Adaptogene sind tonisch, aber nicht jedes Tonikum ist adaptogen.
Aufgrund der besonderen Eigenschaften von Adaptogenen werden bei der Vermarktung von Pflanzenprodukten zunehmend Pflanzen mit adaptogenen Eigenschaften ausgestattet, die nach den Kriterien der Wissenschaft keine solchen besitzen. Also Vorsicht.
Teepower bietet seinen Kunden gegenwärtig Extrakte von Astragalus in Packungen von 50, 100 und 200 Gramm. Auch größere Mengen sind auf Anfrage verfügbar. Die Heilpflanze ist auch als Kapsel oder in Kombination mit anderen Heilpflanzen verfügbar.
Wie läßt sich Astragalus verwenden?Astragalus läßt sich vielfältig verwenden (siehe die ausführlichen Gebrauchshinweise und Vorschläge, die jeder Bestellung beiliegen). Alleine genommen, zum Essen, Trinken (Fruchtsäfte, Kaffee, Wein!!), Kochen. Auch in Kombination mit Pulver und Extrakten anderer Adaptogene.
Welche Nebenwirkungen sind zu beachten?Astragalus läßt sich auch auf lange Sicht einnehmen, wenn man bei den empfohlenen Mengen bleibt. Da Astragalus wie andere Adaptogene das Immunsystem stimuliert, sollte man es nicht nehmen, wenn man gleichzeitig Medikamente einnimmt, welche das Immunsystem schwächen sollen.
Für wen ist Vorsicht angebracht?Schwangere und stillende Frauen sollten Astragalus wie andere Adaptogene nicht zu sich nehmen. Wenn eine größere Operation ansteht, sollte die Einnahme abgesetzt (Vorsichtsmotiv) und die Ärzte informiert werden. Kinder brauchen keine Adaptogene. Auch als Krebspatient würden wir einen Arzt konsultieren.
LiteraturEs existiert eine reichhaltige Literatur. Auch Online. Uns ist es rechtlich nicht gestattet, krankheitsbezogene Information auf unserer Website wiederzugeben. Teepower verfolgt ständig die wissenschaftliche Literatur. Neue Erkenntnisse fügen wir bei Fragen und Antworten ein. Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Anatoly G. Antoshechkin.: Adaptogens and health care. Bloomington, Author House Daniela Biermann, Auf Wirkstoffsuche in Chinas Kräuterkammern, Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 32/2008.
A. Panossian & H. Wagner, Stimulating effect of Adaptogens: an overview with particular reference to their efficacy following single dose administration, Phytotherapy Research, Band 19, 2005, S. 819-838.
Joe Graedon & Teresa Graedon, The people’s pharmacy guide to home and herbal remedies, New York: St. Martin’s Press, 1999.
Kaptchuk, Ted J., Das große Buch der chinesischen Medizin, 2. Auflage, Fischer, 2008.
Luo Z, Zhong L, Han X, Wang H, Zhong J, Xuan Z, Astragalus membranaceus prevents daunorubicin-induced apoptosis of cultured neonatal cardiomyocytes: role of free radical effect of Astragalus membranaceus on daunorubicin cardiotoxicity, Phytother Res. 2009 Juni, 23(6), S. 761-7.
Rötzer, Florian, Macht Koffein munter? Telepolis, 3. Mai 2009
Upton, Roy: Astragalus. In: Encyclopedia of dietary supplements, Informa Healthcare, 2007.
David Winston & Steven Maimes: Adaptogens. Herbs for stamina and stress relief, 2006, Rochester: Healing Arts Press.
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