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Adaptogene

Reisen in die Zukunft unserer Gesundheit

Da wir Teepower als Kompetenzpartner für Adaptogene bezeichnen, schreiben wir einen etwas längeren Text. Wir müssen wissen, was Adaptogene sind und wie sie wirken.




Der Kranich gilt in Ostasien als Symbol gesunder Langlebigkeit

1. Forschungsgeschichte

Adaptogene sind in Pflanzen und Pilzen vorkommende Wirkstoffe, die in ihrem Zusammenwirken den Körper dabei unterstützen, sich zu energetisieren, das Zusammenarbeiten seiner Organe zu harmonisieren, sein Immun- und Nervensystem zu unterstützen und den schädigenden Auswirkungen von Stress und Emotionen auf Organe entgegenzuwirken. Sie tun dies, indem sie den Körper dabei helfen, sich gegen physischen und mentalen Stress zu schützen oder mit Stressoren so umzugehen, dass der Körper keinen dauerhaften Schaden erleidet. Adaptogene machen den Organismus also widerstandsfähiger gegenüber von außen einwirkenden oder selbst erzeugten Stressoren und stimulieren die überwiegend unspezifischen Abwehrmechanismen gegen Krankheitserreger, sie erhalten oder stärken das Immunsystem. In diesem Sinne haben sie „Anti-Aging“- Eigenschaften. Sie verstärken die körpereigenen Abwehrkräfte, geben dem Körper durch die Vielzahl der bioaktiven Wirkstoffe mehr Energie. Andere Pflanzen und Pilze können auch viel leisten, sie gehören jedoch einer Klasse an, die nicht mit der Wirkkraft, dem energetischen Potential und damit dem Nutzen von Adaptogenen gleichzusetzen ist. Die modernen Erkenntnisse zu Adaptogenen gehen auf russische Forschungen zurück, die Jahrzehnte zurückliegen, jedoch in traditionellen Ansätzen aus China, Indien und Europa bereits erforscht und praktiziert wurden.

Russische Forscher waren daran interessiert, Pflanzen zu finden, welche Menschen, die großen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt waren, Hilfe bieten konnten. Dabei stießen sie früh auf Ginseng, Schisandra, Rhodiola, Eleuthero (Sibirischer Ginseng), welche auch im Fernen Osten Russlands geerntet wurden. Testpersonen waren hochgradigem Stress ausgesetzte Athleten, Astronauten, Militärs und Seeleute. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass man diesen Personengruppen die Heilpflanzen zur Einnahme empfahl (siehe Antoshechkin und die dort ausgewerteten Forschungsergebnisse).


Rhodiola rosea (Rosenwurz) – eine Pflanze mit adaptogenen Eigenschaften

Die jüngere Forschung konnte die russischen Erfahrungen bestätigen und die zugrundeliegenden Wirkungsmechanismen transparenter machen. Diese Forschungen stützen die Erkenntnisse der traditionellen Medizin in Ostasien (China, Japan, Korea, Indien), sind aber auch mit europäischen Einsichten der Pflanzenheilkunde vereinbar (Schilcher u. a.).
Der Begriff Adaptogen geht auf die russische Forschung zurück. Adapt bedeut anpassen des Körpers an physische, chemische und biologische Stressoren. Adaptogene sind selten – nur nicht im Marketing. Da die Wirkkraft von Adaptogenen sich allmählich herumspricht, werden zunehmend mehr Pflanzen adaptogene Eigenschaften zugeschrieben. Ist Maca ein Adaptogen? Ist Efeu ein Adaptogen? Oder Kaffee? Oder Guarana? Oder Kava-Kava?

Wie der Leser schnell sieht, kommen die Adaptogene bisher weitestgehend aus Ostasien (Indien eingeschlossen). Dies bedeutet natürlich nicht, dass es in anderen Regionen keine gäbe. Nur haben wir noch keine entdeckt. Von den Heilpflanzen Europas besitzt wohl keine adaptogene Eigenschaften. Ein Grund scheint sicherlich der zu sein, dass die Vielfalt an Pflanzen einschließlich Heilpflanzen in tropischen und subtropischen Regionen und Extremklimazonen (Sibirien, Tibet), die Europas um ein Mehrfaches übertrifft. Als Beispiel dient uns Thailand: dort gibt es über 15.000 pflanzliche Spezies, in Europa etwa 3.000 (Lehner).

Die westliche Medizin interessiert sich für Heilpflanzen, weil sie spezifische Krankheiten therapieren könnten. So wurde Efeu (Hedera helix) zur Heilpflanze des Jahres 2010 gekürt, weil seine pharmakologische Wirkung bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen und akuten Entzündungen der Atemwege helfen soll. Das könnten einige Adaptogene auch. Aber ihr „Trick“ ist die nicht-spezifische Wirkung. Sie sind all-rounder. „Zehnkämpfer“. Sie beschäftigen sich mit dem gesamten Körper, nicht zuletzt dem gesunden. Sie dienen nicht der Bekämpfung spezifischer Krankheitsherde.
Wir betonen Forschungserkenntnisse. Wir sind in ein Netzwerk eingebunden, welches uns täglich mit 50-70 neuen wissenschaftlichen Beiträgen versorgt.

Die Forschungen zu Adaptogenen stützen sich auf drei Quellen:

  • (1) Moderne Methoden, einschließlich sogenannter evidenzbasierter Verfahren. Die Forschung zu Adaptogenen ist nicht einfach, weil sie viele Wirkstoffe enthalten. Welcher Wirkstoff ist wofür verantwortlich? Man liest daher gelegentlich Kritisches von Wissenschaftlern, von den Medien dann aufgegriffen, die gewohnt sind , nach dem Prinzip one drug one, one target arbeiten, also nach den Verfahren, nach denen Medikamente erforscht und produziert werden. Adaptogene sind keine Medikamente. Man kann Adaptogene wie Medikamente testen, aber nicht nur, weil dadurch ein wesentlicher Wirkungsbereich verloren geht.
    Im Bereich der Forschung über Adaptogene gibt es keinen Einfluss kommerzieller Interessen. Ein Wissenschaftler verdient nicht daran, wenn er etwas über Astragalus oder Reishi schreibt.
  • (2) Erfahrungen der Menschen: Adaptogene werden seit Jahrhunderten, teilweise seit Jahrtausenden von Menschen und Tieren genutzt. Die Indianer in Nordamerika aßen seit Urzeiten regelmäßig Amerikanischen Ginseng. Cordyceps wurde von Menschen entdeckt, als sie beobachteten, warum Tiere, etwa im Hochland von Tibet, wenn sie Cordyceps fraßen, so fruchtbar und langlebig wurden und sich unter härtesten klimatischen Bedingungen immer noch wohl fühlten. Warum sollten Menschen Wirkstoffkomplexe über Tausende von Jahren zu sich nehmen, wenn ihre Körper darunter leiden?
  • (3) Die traditionelle chinesische und indische Medizin. Die erste wissenschaftliche Untersuchung zu Ginseng wurde in China im ersten Jahrhundert veröffentlicht (siehe Park und andere). Sie fußt auf Erfahrungsberichten und der Sichtweise der traditionellen chinesischen Medizin. Die damals festgehaltenen Erkenntnisse sind auch heute noch gültig (Park u.a., 2012).


Blüten der Rhodolia rosea (Rosenwurz) Pflanze



2. Was sind Adaptogene?

Damit ein pflanzlicher Wirkungskomplex oder Vitalpilz eine adaptogene Bioaktivität entfaltet, muss er unserer Ansicht nach, sieben Kriterien erfüllen (Eigenschaften 4, 5, 6, sind von uns den Merkmalen nach Brekhman hinzugefügt). Brekhman war ein russischer Forscher der Adaptogene. Er prägte im Anschluss an seinen Lehrer, Nicolai Vasilevich Lazarev, der den Begriff 1958 einführte, die moderne Forschung. Im Jahr 1969 faßt er in einem Artikel die frühe russische Forschung zusammen. Wir ergänzen seine Überlegungen aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse.

  • 1. Geringe Störung der normalen Funktion des Körpers
  • 2. Keine spezifische Wirkung (was bestimmte spezifische Wirkungen nicht ausschließen muß)
  • 3. Wirkt normalisierend oder harmonisierend (homöostasische Funktion)
  • 4. „Entdeckt“ Störungen im Organismus
  • 5. Besitzt synergetische Eigenschaften
  • 6. Regt die Körperfunktionen an und steigert die Lebensenergie

Adaptogene sind also seltene Pflanzen und Pilze mit ungewöhnlichen Eigenschaften. Adaptogene sind Multitalente, nicht spezialisiert auf Körperfunktionen. Sie sind keine Arzneimittel. Schilcher u.a., 2007 schreiben:„Nur wenige [Pflanzen und Pilze] schaffen es in diese Kategorie. Die Wissenschaft hat diese Eigenschaften in den vergangenen Jahren immer besser nachweisen können. Sie brauchen keine spezifischen Wirkungen, um die Wirkung von Adaptogenen zu schätzen“.

Adaptogene haben eine Anti-Aging Wirkung. Sie machen unser biologisches Alter jünger als unser chronologisches (gemessen von der Geburt an oder ab einem bestimmten Lebensjahr, etwa 40 oder 70 oder 100). Adaptogene haben aus dieser Sichtweise keinen Krankheitsbezug. Altern ist keine Krankheit. Altern ist ein normaler Prozess im menschlichen Leben. Die Wissenschaft und Praxis entwickelt Möglichkeiten jenseits medizinischer Intervention, mit dem Prozess des Alterns schöpferisch umzugehen (Dabhade & Kotwal), Adaptogene sind eine wirkungsvolle Möglichkeit.



Reishi (Ganoderma lucidum)


3. Adaptogene und Stress

Die russischen Forscher haben Menschen untersucht, die Stress ausgesetzt waren. Stress heisst: eine erhöhte körperliche und geistige Belastung, die zu Anspannung, Erschöpfung und Energieverlust führen kann. Stress ist eine Reaktion des Menschen und seines Körpers auf eine Gefahr, eine Störung oder eine Belastung. Adaptogene sind natürliche Mittel gegen Stress, weitgehend ohne Nebenwirkungen. Stress ist normal, bei Menschen wie Tieren.

Natürlich ist es besser, Stress, wenn er lange anhält, nach Möglichkeit ganz oder gänzlich zu vermeiden. Im modernen Leben schafft dies allerdings kaum noch jemand. Beruf, Familie und sogar Freizeit erzeugen permanente Belastungen von Körper, Geist und Gefühlen. Jedes dritte Schulkind leidet bereits unter Stress. Der französische Arzt und Forscher Servan-Schreiber notiert: „Klinische Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass hinter 50 bis 75 Prozent aller Arztbesuche vor allem Stress steht und dieser in Bezug auf die Sterblichkeit einen größeren Risikofaktor darstellt als Rauchen“ (Servan-Schreiber, S. 15). Brown & Gerbag (S. 16) sprechen von 80 Prozent.

Es gibt zwei Arten von Stress: akuten und chronischen. Akuter Stress mobilisiert die Immunabwehr vorübergehend. Chronischer Stress führt zu einer Unterdrückung der körpereigenen Abwehr. Bestimmte Hormone wie Cortisol, von der Natur für den Umgang mit akutem Stress geschaffen, werden permanent aktiviert. Wir schalten damit unsere Körperpolizei aus. Alles im Körper wird bestraft. Adaptogene wirken dem entgegen. So wird über die chinesische Heilpflanze Schisandra gesagt:

„Schisandra hat die Eigenschaft, die internen Polizeitruppen zu stärken“ (Sharamon & Baginski, S.25).

Dies soll eine Anspielung darauf sein, dass Schisandra wie andere Adaptogene der körpereigenen Abwehr dabei hilft, Widersacher (Stressoren) in die Schranken zu verweisen. Falls Stress durch berufliche oder familiäre Probleme chronisch wird, leiden Organismus und Psyche dauerhaft. Auch eine ungesunde Lebensweise kann zu chronischem Stress führen. Stress wird in die Routine des Menschen eingegliedert, seine Emotionen werden negativ (Angst, Wut, Ärger, usw.).




Jede(r) Zweite hat Dauerstress. In Frankreich leiden jeweils 53% der Studierenden an Stress und Depression (Floc’h & Rey-Lefebvre). Die Ursachen sind vielfältig: Zeit- und Termindruck, Arbeitsüberlastung, Doppelbelastung von Beruf und Haushalt, Angst vor Arbeitsplatzverlust, Probleme mit den Vorgesetzten, Schwierigkeiten in der Familie, Betreuung von Angehörigen. Der „Akku“ brennt aus (Mediziner sprechen ungern von „Energie“). Burnout ist eine Erscheinung, die Stress-Symptome beschreibt. „Erschöpft, ausgebrannt, arbeitsmüde“ (Meck; lesenswerter Artikel). „Ausgebrannte Lehrer füllen ganze Kliniken“. Junge Frauen sind besonders betroffen. Jeder neunte Deutsche leidet an Burnout. Die Dunkelziffer ist unbekannt. Burnout ist an sich keine Krankheit, sie führt aber dazu. Bei Dauerstress ist der Körper in ständiger Alarmbereitschaft, er funktioniert außerhalb seiner normalen Harmonie (Homöostase). Das hormonelle Gleichgewicht, die neuroendokrine Sekretion wird verändert. Das Immunsystem wird in Mitleidenschaft gezogen.

Stress zieht also Energie aus Körper und Psyche. Er baut Energie im Körper ab, seine normale Funktionsweise wird zurückgefahren. Negative Emotionen gewinnen die Oberhand. Unsere Muskeln spannen an und verkrampfen. Vermeiden wir Stress, steht die Energie für anderes zur Verfügung, z.B. für Geist und positive Emotionen. Wir können, wenn wir Stress vermeiden, ihn in die Schranken verweisen, Schutzzonen um die Organe errrichten, ihn nicht chronisch werden lassen, leistungsfähiger sein und somit effektiver arbeiten. Bei der Erhaltung der Homöostase der Energie – man kann es als Anti-Aging bezeichnen – spielt das neuroendokrine System eine Schlüsselrolle (Winston & Maines; Yance, 2013). Für den Erhalt der physischen Funktion des Körpers ist es unverzichtbar. Am Beispiel des Alterns und des körperlichen Abbaus japanischer Menschen weisen es Arai & Hirose detailliert nach.


Nach der chinesischen Lehre sind die menschlichen Organe, Herz, Leber, Niere usw. die Wohnstätten der Emotionen (Wu, 1982; Kaptchuk, 2008; Mercola, 2014: westliche Forschung). Bezüglich des Herzens hat sich auch die westliche Gesundheitslehre dieser Sichtweise angepasst. Ein Forscherteam aus Finnland hat sämtliche Emotionen, positiv und negativ, mit bestimmten Organen verknüpfen können (Nummenmaa u.a., 2013; Mercola, 2014). Wenn jemand seine Organe durch Adaptogene fördert, hilft er auch seinen Emotionen, er verhindert, dass negative Emotionen seinen Organen Schaden zufügen. Schisandra etwa hilft der Leber. Wer seinen Körper liebt, hilft ihm mit Adaptogenen. Der größte Teil menschlichen Leidens, sagt der Biologe Maturana (1998, S. 313), entsteht durch die Ablehnung der Liebe. Liebe verbinden nicht nur die Chinesen mit dem Herzen. Das Herz durch Adaptogene zu fördern heißt seinen Körper zu lieben und damit Leiden zu verringern.

Adaptogene Heilkräuter und Vitalpilze nützen uns also, auch wenn wir uns gesund fühlen. Sie verhindern Energieverlust und halten unseren Körper im Gleichgewicht (Homöostase) – und gesund. „Gesund werden ohne Medikamente“ (Servan-Schreiber). Gesund bleiben ohne Medikamente. Einige Adaptogene bewohnen mehrere Organe, etwa Notoginseng, welches Herz, Leber, Niere, Gehirn aktiviert. Wie Stress gehören Emotionen zum Leben. Manchmal ist man zornig, traurig, besorgt. Die Organe stören Emotionen erst dann, wenn sie besonders stark sind und lange anhalten (in einem anderen Text gehen wir ausführlicher auf den Zusammenhang zwischen Emotionen, Organen und Adaptogenen ein.)


4. Was ist der Unterschied zu Medikamenten?

Adaptogene sind keine Medikamente. Letztere sind von Menschen benutzte Wirkstoffe oder Wirkstoffzusammensetzungen, die als Mittel zur Heilung oder Verhütung von Krankheiten erzeugt und verwendet werden. Neben den natürlichen Arzneistoffen, gibt es ins besondere chemischen Prozessen erzeugte Substanzen, deren Zahl stetig ansteigt. Sie werden zunächst an Tieren, danach an Menschen getestet. Der entscheidende Test am Menschen erfolgt nach ihrer Zulassung, hier spielen sich die eigentlichen Großversuche ab. Die Frage der Nebenwirkungen wollen wir nicht untersuchen.

Bei Adaptogenen spielt sich das anders ab. Das Adaptogen Camellia sinensis (Grüner/weißer Tee) wird seit 5000 Jahren in China getrunken. Reishi und andere heute Nahrungsergänzungsmittel genannte bioaktive Wirkstoffkomplexe wurden schon in der Steinzeit von Menschen gegessen. Die Erfahrungen reichen hunderte, teilweise tausende von Jahren zurück. Natur und Menschen haben alles durchgetestet. Diese Erfahrungen werden erst heute wissenschaftlich entschlüsselt. Man kann Adaptogene essen wie normale Nahrungsmittel. Erst die moderne Technik hat erlaubt, Extrakte aus Adaptogenen herauszufiltern. Reishi oder Ginseng oder Goji (Lycium) usw. wurden gegessen wie Zwiebeln oder Äpfel. Es gibt zahlreiche Rezepte.

Adaptogene bauen einen Schutzwall gegen Stress und Eindringlinge, von denen man oftmals keine Kenntnis hat, von denen man nicht weiß, dass und wie sie wirken. Sie haben keine Probleme mit Komplexität, der Vielschichtigkeit von Ursache und Wirkung im menschlichen Körper und Gehirn. Wer weiß, ob sein Gehirn noch gut funktioniert und wie es arbeitet? Was wir aber wissen: chronischer Stress verschlechtert die Leistungsfähigkeit des Gehirns (Forschungsergebnisse von Sara Bengtsson von der Umea-Universität in Schweden).



Wer kennt seinen Blutdruck? Warum ist er zu hoch oder zu niedrig? Adaptogene harmonisieren, regulieren den Körper. Sie passen ihn an Störungen wie Stressoren an, ohne dass man im Einzelnen wissen muss, wie und wann und wie stark irgendetwas wirkt. Sie nehmen uns diese Arbeit ab, die auch medizinische Spezialisten oft überfordert (Eigenschaft 4: entdecken von Störungen). Auch hier ist erneut zu betonen, dass Stress im Leben eine Normalität ist. Das Zusammenwirken zwischen Stress und Adaptogenen ist nicht mit dem von Arzneien zu vergleichen. Letztere zielen darauf, Krankheiten, Körperschäden, krankhafte Beschwerden zu erkennen, zu lindern, zu verhüten. Adaptogene arbeiten anders. Sie stärken den Körper, verleihen ihm neue Energie, regen die Körperfunktionen an, geben ihm die Kraft, mit Stress umzugehen, Körper und Gehirn im Bereich der Normalfunktion zu halten, negative Emotionen zu entgiften.
Die Funktion eines Adaptogens besteht in der Anpassung des Organismus an Störungen und Belastungen, kommen sie von innen oder von außen. Belastungen mit Stressfolge sind im Leben normal. Nur ein toter Organismus hat Stress hinter sich gebracht. Wie man mit Stress umgeht, woher die Anpassungsenergie an Störungen kommt, wie man sie verliert und neu erzeugt, wie ein Organismus nachhaltig, ohne Raubbau (Rauchen, Trinken, zu viel Essen, „Doping“ usw.) mit Störungen umgeht, genauer umzugehen lernt, also eine Funktionsweise erhält, auch bei zunehmendem Alter, darum geht es bei der Betrachtung von Adaptogenen. Ein Adaptogen hilft dem Organismus länger funktionsfähig zu bleiben. Es entschleunigt dadurch das Altern („Delayed aging“: Goldman u.a., 2013). Adaptogene lassen den Körper so arbeiten, wie die natürliche Evolution ihn geschaffen hat.

Sie helfen, unseren Organismus vor Störungen (Stress und dessen Folgen; negative Emotionen; Energieverlust) besser zu immunisieren. Adaptogene Heilpflanzen und Vitalpilze erlauben uns, unser „Innenleben“ (sei es biologisch, sei es psychisch, sei es neuronal) wirksamer zu schützen. Wenn wir in unsere Überlegungen kurz zusammenfassen würden, könnten diese lauten: Stress, umfassend verstanden, vernichtet, schleichend, raubt uns die Lebensenergie. Ohne Energie ist der Organismus tot. Adaptogene wirken gegen Stress, verlangsamen den energetischen Niedergang des Körpers, einschließlich des Gehirns.


Adaptogene funktionieren als die „Unternehmer“ des Organismus. Sie spenden Energie, genauso wie Unternehmer die Wirtschaft am Leben halten. Adaptogene helfen uns dabei, unsere eigenen psychischen und körperlichen Ressourcen besser zu nutzen. Damit Adaptogene wirken können, brauchen sie jedoch die aktive Unterstützung durch den Menschen, den biologischen Unternehmer, jemanden, der seinen Körper schätzt und liebt.

5. Wie wirken Adaptogene?

Adaptogene wirken nicht-spezifisch und ganzheitlich. Die Wirkung ist, wie die Forschung sagt, nicht-spezifisch. In diesem Sinne arbeiten alle Adaptogene in gleicher Weise, obwohl ihre Wirkstoffe sich stark unterscheiden. Adaptogene stärken den Energiehaushalt auch im Bereich der Sexualität, was auch nicht überraschend ist: Sie zielen auf eine Harmonisierung des gesamten Organismus, wirken nicht-spezifisch, suchen oder entdecken die stressbedingten Defizite. Und wenn sie das machen, wirken sie auch spezifisch, aber eben nicht nur, wie es bei Arzneimitteln der Fall ist.

Adaptogene wirken ganzheitlich. Der Organismus einschließlich Nervensystem und Gehirn, Gefühle und Stressoren wirken, wenn Adaptogene eingebunden sind, das Wohlbefinden fördernd zusammen. Adaptogene erzeugen Homöostasis und Allostasis.

Die chinesische Heilkunde unterscheidet zwischen drei Stufen von Heilpflanzen, von denen die höchste Stufe, die „Superioren“, für uns interessant ist. Ganz allgemein lässt sich zum chinesischen System sagen: Sein Schwerpunkt liegt auf der Förderung der Gesundheit und weniger auf der Ausschaltung von Krankheiten. Vergleichbares gilt für die indische Ayurveda, wörtlich übersetzt „Lebensweisheit“ oder „Lebenswissenschaft“. Wie in China unterscheidet man in Indien verschiedene Funktionsstufen von Heilkräutern. Die höchste Stufe nennt sich Rasanya, bestehend aus dreizehn Heilpflanzen, sechs davon mit adaptogenen Eigenschaften (Winston & Maimes, S. 40). In China sind es 13 „superiore“ Pflanzen und Pilze mit adaptogenen Qualitäten, wenn wir grünen/weißen Tee einbeziehen.

Die Zu den Superioren zählen 120 Kräuter, davon haben aber nur wenige adaptogene Eigenschaften. Winston & Maimes und Yance stellen die bislang identifizierten Adaptogene vor. Als man in China und ähnlich in Japan diese Unterscheidung traf, waren Adaptogene noch kein Begriff in der Wissenschaft, in der Praxis waren sie allerdings im Dauereinsatz. Bis heute. Yanes unterscheidet „primäre“ und „sekundäre Adaptogene“ sowie „Begleiter von Adaptogen“, die Adaptogene in ihrer Wirkung unterstützen, etwa Ingwer. Als vierte Kategorie führt er „Supplemente“ auf, etwa Arginin, Vitamin B oder D.


Wurzeln der Ginseng- Pflanze

Nach chinesischer Vorstellung sind die superioren Heilkräuter die „Herrscher“. Sie kontrollieren den Erhalt des Lebens. Sie sind keine Medikamente. Man kann sie deswegen auch über eine lange Zeit einnehmen. Sie sollen nicht-spezifische Störungen (Disharmonien) bekämpfen. Sie entdecken, wo es Probleme gibt. Wer etwa einen normalen Blutdruck hat, dem helfen Adaptogene. Wenn der Blutdruck Ärger macht, normalisieren sie den Blutdruck.

Diese Wirkung ist außerordentlich wichtig für unsere Gesundheit. Denn die Schwierigkeiten in unserem Körper fangen immer ganz klein an. Man merkt es nicht. Blutdruck ist ein Beispiel. Die Amerikaner nennen zu hohen oder niedrigen Blutdruck, weil er so schweigsam arbeitet, den „silent killer.“ Das gilt für alle sich langsam aufbauenden Disharmonien. Wenn wir Adaptogene nehmen, entdecken sie diese schleichenden Energieräuber früh und wirken entgegen, bevor sie ernsthafte Schwierigkeiten machen. Aber auch wenn es schon Ärger gibt, helfen sie natürlich. Ob jemand gesund ist oder nicht, spielt keine Rolle. Nach unserer Erfahrung nehmen Menschen oftmals Adaptogene nicht weiter ein, weil sie das Gefühl haben, sie bringen nichts mehr. Dies ist problematisch. Auch wer keine Probleme hat, für den wirken die Adaptogene. Sie reparieren, ohne dass man es merkt. Sie halten einen auf einem höheren Energieniveau (Allostasis) ohne dass man es spürt.

Adaptogene stärken die physische und geistige Vitalität. Sie geben dem Körper und Geist Energie. Sie stärken die Widerstandskraft des Organismus gegen physische, chemische, biologische und psychische Stressoren. Sie helfen, das Hormonsystem in einem funktionstüchtigen Zustand zu halten oder schrittweise zurückzuführen. Die sog. HPA-Achse spielt dabei eine Schlüsselrolle. HPA-Achse heißt die Abkürzung für Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse. Haben wir Stress, wird die HPA-Achse aktiviert und das Hormon Cortisol ausgeschüttet. Cortisol ist das eigentliche Stresshormon. Wird wegen Dauerstress eine zu hohe Produktion von Cortisol und anderen Hormonen der Achse vom Hypothalamus zu den Nebennieren bewirkt, gerät der Körper aus dem Gleichgewicht. Adaptogene stellen die Balance wieder her, beruhigen das Nervensystem, wenn es überlastet ist. Wie Adaptogene und die HPA-Achse zusammenwirken, ist zunehmend transparent (Winston & Maimes; Yance, Untersuchungen von Panossian und Kollegen). 

6. Wie erbringen Adaptogene ihre Leistungen?

(1) Adaptogene Heilpflanzen und Pilze sind in sich vielfältig, verfügen über viele Wirksubstanzen. Ständig werden durch wissenschaftliche Untersuchungen neue entdeckt.

(2) Adaptogene können synergetisch zusammenwirken, was ihre Vielfalt weiter steigert. Was heißt das? Synergie bedeudet das Zusammenwirken verschiedener Faktoren (Wirkstoffe): Die Gesamtwirkung von A (Reishi) und B (Schisandra) ist größer als die Gesamtwirkung der jeweiligen Inhaltsstoffe wie Saponine und Polysaccharide der einzelnen Heilkräuter. Die Gesamtwirkung ist größer als die Summe seiner Teile. Reishi und Schisandra zusammen genommen, erzielen eine höhere Wirkung, als die Wirkung von Reishi und Schisandra jeweils für sich betrachtet und zusammenfügt. 1 + 1 ist größer als 2. Die Forschung hat diese synergetischen Wirkungen mehrfach nachgewiesen. Als Beispiel sei auf das Zusammenwirken von Rhodiola, Schisandra und Eleuthero verwiesen (Panossian u.a., 2013).

(3) Adaptogene und herkömmlich erzeugte und eingesetzte Medikamente einschließlich Phytopharmaka mit pflanzlichen Bestandteilen können gleichfalls synergetisch wirken. Das muss aber nicht so sein. Wer Medikamente gegen ernsthafte Krankheiten einnimmt, sollte seinen Arzt also informieren, wenn er auch Adaptogene nimmt. Das Zusammenwirken von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) wird von der Wissenschaft überwiegend kritisch beleuchtet. Die Probleme sind jedoch nicht primär die NEMs, vielmehr die Medikamente. Sie wirken vielfach auch mit normalen Lebensmitteln gesundheits- problematisch zusammen. Zum Stand der Forschung hierzu berichtet ausführlich Rochelle Heuberger.

(4) Wenn wir adaptogene oder allgemein alternative Ansätze der Heilung miteinander kombinieren, steigt wiederum die Vielfalt der gesundheitlichen Wirkungen. Adaptogene helfen also Arzneien in ihrer Wirkung, obwohl sie selbst keine Arzneien sind.

(5) Adaptogene verfügen über ein breites Einsatzgebiet. Sie sind also vielfältig nutzbar.

Das Verblüffende ist daher: Die Wirkkräfte bei adaptogenen Pflanzen sind sehr verschieden, sogar grundsätzlich andere. Dennoch scheinen sie, bezogen auf die Symptome, ähnlich zu wirken bzw. Gleiches zu bewirken, wie etwa die Stärkung des Immunsystems oder die Normalisierung des Hormonsystems. Nur tun sie es auf ganz verschiedene Weise. Ihre konkreten Wirkungsmechanismen unterscheiden sich. Für alle gilt:

Ihre hohe Biokomplexität schafft das Potential für eine komplexe Wirkung; die Komplexität des Organismus ist anerkannt, wird nicht reduziert, um ihn für einen oder wenige Wirksubtanzen „gefügig“ zu machen. Das ist ein Grund, warum die Nebenwirkungen von Adaptogenen, wenn man sie nicht über Gebühr zu sich nimmt, so selten sind.

Behandeln wir unsere Organe gut, in dem wir Stress von ihnen fernhalten, sie gut ernähren und energetisieren, sie gegen Störungen immunisieren, geht es uns körperlich und geistig besser. Das Umgekehrte gilt auch: Seelischer und psychischer Stress sind auch Folge körperlicher Schwierigkeiten. Wenn Adaptogene helfen, unseren Organismus in guter Verfassung zu halten, hilft das auch unserer Psyche. Die Wissenschaft spricht von Homöostase (Aufrechterhalten eines relativ konstanten inneren Milieus oder Gleichgewichts trotz Störungen) und Allostasis (Homöostase durch Veränderung; Stabilität durch Wandel). Die Körperfunktionen werden in einen normalen Zustand erhalten oder zurückgebracht.



„Adoptogene helfen dem Körper, die Homöostase zu normalisieren und die Allostasis zu verbessern.“ (Winston & Maimes, 2006, S. 81). Allostasis bedeutet also: Stabilität durch Wandel. Der Organismus des Menschen verändert sich ständig, von der Geburt bis zum Tod. Dennoch muss er sich intern stabil halten, „gesund“ bleiben. Allostasis bedeutet, stabil (gesund) bleiben durch Veränderung – angesichts einer Vielzahl von Belastungen.

„Wer ein gut funktionierendes Immunsystem hat, lebt länger gesund. Untersuchungen bei sehr alten Menschen (100 Jahre und älter) zeigen: ihr Immunsystem hat noch gut funktioniert (Strindhall u.a.). Anders gesagt: „Wer sein Immunsystem durchhängen lässt, fliegt früher aus der Bahn seines Lebens.“ Wie oben bereits geschrieben: Adaptogene sind keine Arzneimittel. Sie sind Erzeugnisse der Evolution, nicht des Labors. Sie sollten auch nicht wie Arzneien eingenommen werden. Wenn die Krankheit überstanden ist, werden Medikamente wieder abgesetzt. Adaptogene Heilpflanzen/pilze können permanent eingenommen werden. Sie stärken den Körper und die Psyche. Sie halten das Nervensystem in einem guten Zustand. Daher wird auch gesagt: sie wirken “ganzheitlich".




Werfen wir einen Blick auf die Abbildung. Sie zeigt uns, wie wir in unserem Leben höhere Stufen erklimmen können. Dazu müssen Körper, Emotionen, Geist (Gehirn, Lernen), unsere Seele, zusammenwirken. Wenn eine Komponente blockiert ist, ist auch unsere Entwicklung blockiert. Adaptogene wirken auf jeden der vier Bereiche. Sie verhindern Blockaden in unserer Entwicklung. Im Mittelpunkt steht gewöhnlich der Körper. Emotionen und Gehirn, auch unsere Vorstellungen über die Zukunft, beeinflussen jedoch unmittelbar auch in ihrem Zusammenwirken, wie wir leben, wie lange wir leben, was wir im Leben verwirklichen können. Das mag hochgestochen klingen. Seele? (Der Amerikaner Stephen Covey nennt es „Lebenswerk“.) Das alles sollen/können Adaptogene leisten? Man beobachte Kampfsportler in China und Japan. Adaptogene sind für sie ihr tägliches Brot. Für russische Sportler waren und für Chinesen sind Adaptogene Bestandteil ihres Trainings. Zieht Stress in uns ein, folgen Blockaden. Auch die Fähigkeit, ergebnisorientiert zu denken. Die Risikobereitschaft sinkt (Spiegel, 2014). Der Geist (die Kognition) leidet.

Arzneien wirken, oder sollen es, wenn eine Krankheit vorliegt, sofort. Sie verlangen eine exakte Diagnose. Ist diese falsch, kann es zu Komplikationen kommen. Die Nebenwirkungen kommen dazu, weil Medikamente ganz spezifische Wirkkomponenten (ein bestimmtes chemisches Molekül) oder einen bestimmten pflanzlichen Wirkstoff zur Therapie nutzen. Bei Adaptogenen ist das anders. Ein gesunder Körper braucht keine Arzneimittel. Er freut sich jedoch auf Adaptogene. Sie halten seinen Körper gesund – im Zustand der Homöostase und Allostasis -, fördern positive Emotionen, lassen den Geist aktiv bleiben und (unsere Vermutung) entfalten unsere Seele. Und dies mit so gut wie keinen Nebenwirkungen. Sie wehren Störenfriede (Stressoren) ab. Sie finden heraus, wo es Probleme gibt. Wenn es keine Disharmonien gibt, wirken sie immer noch, da sie unseren Organismus, für uns oft unmerklich, auf hohem Niveau gesund halten. Da sie vielfältige Wirkstoffe haben, können sie auch vielfältig wirken. Sie verhindern, dass Probleme entstehen (der Körper bleibt gesund) oder aber das die Probleme außer Kontrolle geraten.




Das heißt nicht, Adaptogene seien austauschbar. Dazu sind die Wirkstoffkombinationen zu verschieden. Adaptogene haben daher auch Schwerpunkte in ihrer Wirkung. Auf Schisandra etwa freut sich die Leber. Notoginseng fördert die Blutzirkulation. Rhodiola ist ein Freund des Gehirns. Auch andere Adaptogene ließen sich als „Gehirnstimulierer“ (Neuroenhancer) einstufen. Die Diskussion zu Gehirndoping (Neuroenhancing) nimmt davon allerdings noch keine Kenntnis. In Fragen & Antworten zu den einzelnen Adaptogenen gehen wir auf ihre jeweiligen Besonderheiten ausführlicher ein.

7. Folgen für die Praxis

Da verschiedene Adaptogene oftmals ähnliche Wirkungen haben, heißt das nun, es genügt, wenn ich ein ganz bestimmtes Adaptogen (etwa Ginseng) für mich nutze? Manchmal, aber nicht immer. Zum einen kann unter bestimmten Bedingungen ein Adaptogen nicht hinreichend wirksam sein. Da der Organismus komplex ist, gibt es immer Situationen, wo die Wirkstoffe eines spezifischen Adaptogens in bestimmten Situationen nicht ausreichend greifen. Ein anderes könnte dann helfen. Adaptogene unterscheiden sich danach, auf welche Organe sie besonders gut wirken.

Sieht man sich die Wirkungsfelder von adaptogenen Heilpflanzen wie Ashwagandha, Panax Ginseng, Reishi, Rhodiola, He Shou Wu, Schisandra, Eleuthero, Cordyceps und andere an, stellt man fest:

Sie überschneiden sich einerseits in großem Maße; sie wirken auch alle nicht-spezifisch. Andererseits sind sie in bestimmten Bereichen besonders wirksam. Einige sind gut für die Nieren, andere für die Leber, wieder andere helfen uns besser zu schlafen. Gut heißt, sie spenden oder erhalten den Organen die Energie, ihren Aufgaben nachzukommen. Jedes Adaptogen besitzt sein eigenes Wirkungsfeld, verfügt über seinen eigenen Charakter. Sie sind also im Hinblick auf ihre Wirkungen nicht vollständig austauschbar. (Mehr Informationen dazu in „Fragen und Antworten“ zu den einzelnen Adaptogenen).




Es ist also gut, Adaptogene miteinander zu kombinieren. Was das eine nicht ganz schafft, kann das andere mithelfen zu leisten. Weiterhin: Adaptogene wirken synergetisch. Die Wirkstoffe addieren sich nicht einfach auf: 2 + 2 = 4, sondern erzeugen in ihrem Zusammenwirken einen gesundheitlichen Mehrwert: 2 + 2 > 4.

8. Was ist der Unterschied zwischen Adaptogenen und Stimulanzen?

Adaptogene haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Stimulatoren, seien es Naturprodukte wie Kaffee, seien es im Labor erzeugte Wirkstoffe wie Hirndoper: Sie machen nicht abhängig. Adaptogene sind keine Drogen, keine Doper. Sie stimulieren und energetisieren - ohne abhängig zu machen. Wer es nimmt, tut seinem Körper einen großen Gefallen. Wer es absetzt, erleidet keinen Einbruch. Das gilt für alle Adaptogene (Winston & Maimes, S. 61-69). Adaptogene werden daher auch als „Heilpflanzen“, verstanden, welche den Widerstand gegen Stress erhöhen, die Konzentration steigern und die Ausdauer bei Müdigkeit“ erhöhen. Die Autoren (Panossian u.a., 2009) überprüfen diese Aussage für Schisandra, Eleuthero und Rhodiola, sie gilt jedoch für alle Adaptogene. Brown & Gerbarg (S. 159-61) erklären, wie Rhodiola Rosea erfolgreich mit Burnout umgeht – und was sie schreiben, gilt für andere Adaptogene genauso.

Es ist daher wichtig, zwischen Anregungsmittel, Tonikum und Adaptogen zu unterscheiden. Ein Stimulanz wie Kaffee oder Nikotin, von härteren Drogen und Neurodoping ganz zu schweigen, macht kurzfristig munter („high“), danach fällt der Körper auf Müdigkeit zurück. Es wird oft schlimmer wie vorher: Kopfweh, Müdigkeit, Konzentrationsmangel ziehen ein. Das schafft Abhängigkeit. Ein tonischer Wirkstoff hat diese negativen Wirkungen nicht. Er stärkt und belebt verschiedene Organe und Körpersysteme. Diese Vorteile bleiben bestehen. Es gibt nach Absetzen keinen Einbruch. Adaptogene stärken die energetische Bilanz des Organismus dauerhaft. Adaptogene haben ausgeprägte tonische Wirkungen und zusätzlich verfügen sie über die genannten Eigenschaften adaptogener Heilpflanzen. „Die Nutzung dieser Drogen (gemeint sind Adaptogene) erzeugt typischerweise keine Nebenwirkungen, anders als die herkömmlichen Stimulanzien es tun, die abhängig machen und eine negative Auswirkung wie auf das Schlafverhalten haben“ (Panossian & Wagner).


Alle Adaptogene sind tonisch, aber nicht jedes Tonikum ist adaptogen.


9. Extrakte, Pulver, Rohform: Produktion und Verarbeitung

Adaptogene lassen sich in drei Formen verarbeiten und verabreichen.

  • Die Heilpflanze im ursprünglichen Zustand. Etwa Ginseng- oder Rhodiolawurzeln oder Schisandrabeeren, also das „Rohmaterial“. Bei vielen Adaptogenen ist dies nicht möglich oder nicht praktisch zu machen (etwa beim Heilpilz Reishi).
  • Verarbeitung zu Pulver (etwa Schisandra oder Reishi) oder Tee etwa Matcha bei grünem oder weißem Tee. Das Pulver enthält sämtliche aktiven Substanzen der Pflanze oder des Pilzes.



  • Grüner Tee Pulver- Matcha


  • Extrakte. Extrakte werden aus den Pflanzen/Pilzen selbst oder aus Pulver gewonnen. Durch Extrakte erfolgt eine Wirkstoffanreicherung. Wenn die Extrakte auf einen gleichbleibenden Wirkstoffgehalt eingestellt sind, spricht man von Standardisierung. Dieser kann jedoch zwischen den Herstellern bzw. Anbietern durchaus verschieden sein. Die Wirkungsintensität der Extrakte (nicht identisch mit Qualität) wird durch zwei Informationen angegeben:

(1) Das Verhältnis, in dem das Rohmaterial zu dem Extrakt steht. Etwa Schisandra 10:1 bedeudet: um 1 kg Extrakt von Schisandra zu erzeugen, werden 10 kg des Rohmaterials (Beere oder Pulver der Beere) benötigt. Je höher das Verhältnis, desto kräftiger der Extrakt (bei gegebener Qualität des Rohmaterials).

(2) Inhalte des Extraktes: 80-prozentiger Ginseng heißt: der Extrakt besteht zu 80 Prozent aus den wirkkräftigsten Bestandteilen der Heilpflanze. Man sagt dann etwa: der Ginsengextrakt enthält 80 Prozent Ginsenoside. Oder Extrakt Grüntee: 98 % Polyphenole (bedeutendste Wirkungskomponente/aktive Substanz des grünen Tees). Man kann die Extraktion noch weiterführen: im grünen Tee etwa den Wirkstoff EGCG (Epigallocatechingallat) herausfiltern, das kann dann bis zu 100 Prozent eines Wirkstoffes gehen, etwa bei Polysacchariden (Mehrfachzucker) aus Pflanzen und Pilzen. Was im Einzelnen in den Adaptogenen drin steckt, ist in Fragen & Antworten dargestellt.

Es gibt keine „optimale“ Verzehrempfehlung. Rohmaterial und Pulver sind 100% der Heilpflanze, aber oft nicht genießbar, umständlich genießbar oder schwierig zu produzieren. Extrakte haben eine höhere Wirkkraft und lassen sich leicht einnehmen. Zudem wird die moderne Forschung zur Wirkkraft der Inhaltsstoffe von Adaptogenen überwiegend mit Extrakten durchgeführt. Unsere Meinung: Der gesundheitliche Vorteil der Adaptogene ist so beachtlich, dass die Einnahme an sich das Entscheidende ist. In welcher Zubereitungsform Adaptogene eingenommen werden, ist auch wichtig, aber nicht der entscheidende Punkt. Einfach gesagt: besser Adaptogene nehmen, als keine.

Hinweis: Die energetische Kraft der Adaptogene spricht sich herum und wird vom Marketing aufgegriffen. Die Amerikaner schlagen besonders hart zu. Alles Mögliche wird mit dem Namen Adaptogen geschmückt. Die Liste der Adaptogene ist kurz. Eine Auflistung geben wir in Definition Adaptogene. Im Augenblick zählen wir 23 bis 25. Vier von diesen haben wir den traditionellen Listen etwa bei Winston & Maimes sowie Yanes hinzugefügt, fußend auf jüngeren Forschungserkenntnissen: Agaricus, Camellia sinensis (grüner und weißer Tee), Curcumin, Quercetin. Drei Pilze sind dabei: Agaricus, Cordyceps, Reishi.

Literaturquellen: Die Forschung zu Adaptogenen ist reichhaltig, insbesondere zu den einzelnen Pflanzen und Pilzen. Der Hinweis, es gäbe keine „Beweise“ ist mit Vorsicht zu genießen. Rückfrage: Mit welchen Verfahren sollen die Beweise erstellt worden sein? In Fragen & Antworten zu den einzelnen Adaptogenen geben wir weitere detaillierte Information.

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„ ...und weil es der Gesundheit zuträglich ist , beschloss ich glücklich zu sein.“

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