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Fragen und Antworten zu Ginseng

Stand: Juni 2015




Panax Ginseng- Gemälde

1. Was ist Ginseng?

Für die meisten der Leser wohl eine überflüssig Frage. Ginseng ist gut bekannt. Es gibt ihn überall, sogar in Drogerien, aber Erfahrungen haben die wenigsten Menschen damit gemacht. Uns interessiert Ginseng nicht als Heilmittel, vielmehr als Adaptogen. Seit rund 5000 Jahren vewendet man Ginseng in dieser Funktion. Der botanische Name ist Panax Ginseng. Das Wort Panax kommt vom griechischen Wort panacea, was „alles heilend“ bedeutet. Ginseng heißt im Chinesischen „Essenz des Menschen“. Im alten China hieß er auch „Königliches Kraut“ oder „Grünes Gold“, „Menschenwurzel“ oder „Wurzel des Lebens“, ein Name der uns am meisten zusagt. Denn darum geht: Auf dem Weg des gesunden Lebens bleiben. Ob man dabei die Wurzel im Auge hat oder die Blätter und den Stil von Ginseng, ist nicht so wichtig. Sämtliche Teile der Pflanze finden Verwendung, auch Blüten und Samen (Fröberg, 2013, S. 52:„Können verwendet werden anstelle der Wurzel“). Auch ob Ginseng ein Weißer oder ein Roter ist, ist eher nebensächlich. Moderne Verarbeitungsmethoden sind ohnehin erst seit wenigen Jahren verfügbar, die Erfahrungen mit Ginseng, seine Anziehungskraft, reicht hunderte von Jahren in die Vergangenheit. Einen exzellenten Einblick in die historische Verwendung von Ginseng bietet uns Dharmananda, Aufgrund seiner Wirkkraft hat Ginseng viele Nachahmer gefunden. Ein nahe biologischer Verwandter ist Noto Panax Ginseng. Es gibt „sibirischen Ginseng“ (Eleuthero), „amerikanischen Ginseng“ (Panax quinquefolius), „indischen Ginseng“ (Ashwagandha), und so fort. Jiagulan wird in China auch als „südlicher Ginseng“ bezeichnet. Es gibt auch einen brasilianischer Ginseng (Pfaffia paniculata). In der indischen Pflanzenkunde wird Ashwagandah (withania somnifera) als „indischer Ginseng“ betrachtet. Diese Pflanzen besitzen allesamt wertvolle Eigenschaften, ihre Inhaltsstoffe überschneiden sich teilweise mit denen von Panax Ginseng (Noto Ginseng, Amerikanischer Ginseng, Jiaogulan). Ashwagandha und Eleuthero (Taiga-Wurzel) weisen jedoch völlig andere Wirkstoffe auf. Was sie gemeinsam haben ist ihre sich mit dem Panax Ginseng überlappende Wirkungskraft. Von den Adaptogenen weist Ginseng mit Abstand die größte traditionelle Erfahrung auf. Ginseng ist auch die am meisten untersuchte Heilpflanze mit weit über 5000 wissenschaftlichen Beiträgen in Zeitschriften.


Ginseng Pflanze

2. Wie wirkt Ginseng?

Ginseng gehört zu den bedeutendsten Nahrungsergänzungsmitteln der traditionellen chinesischen TCM (Traditionelle chinesische Medizin). Er wird dort zur Aktivierung der Lebensenergie (Qi) eingesetzt. Die sehr gute Verträglichkeit bestätigte sich in der Anwendung seit Tausenden von Jahren in Asien und auch in neueren europäischen Studien. Die Unbedenklichkeit von Ginseng ist durch mehrere Langzeitstudien belegt, in denen Tagesdosen bis zu 7 g Ginseng verabreicht wurden. Darüber hinaus wird Ginseng seit Jahrtausenden in Asien auch langfristig und in wesentlich höheren Mengen als in Europa eingesetzt.“ (Schilcher und andere).
Ginseng verfügt über ein breites Wirkungsspektrum. Yance (2013) erläutert 29 Einsatzfelder von Ginseng. Ginseng ist die am meisten untersuchte Heilpflanze. Seine adaptogenen Eigenschaften sind seit langem anerkannt. Die „Erfinder“ des Adaptogenkonzepts, die russischen Wissenschaftler Lazarev und Brehkman, wurden durch Ginseng auf diese Klasse von komplexen Wirkstoffprofilen mit ihrer großen Bandbreite und Vielfalt von Wirkungen aufmerksam. Brehkman veröffentlichte 1957 das Buch „Ginseng“ in englischer Sprache. Die Forscher wollten herausfinden, ob die Einnahme von Ginseng nachweisbare Wirkungen auf den Organismus aufweist. Brehkman war auch ein Langstreckenläufer. Er versuchte daher zu prüfen, ob Ginseng seine Ausdauer und körperliche Erschöpfung beeinflußt. Er machte folgenden Test:

  • An einem kalten Morgen im April 1948, begannen 100 Soldaten mit einem Rennen über drei Kilometer. Vor dem Rennen bekam die Hälfte der Teilnehmer einen Ginsengextrakt, die andere Hälfte ein Placebo. (Natürlich wussten die Ginsengleute nicht, daß ihnen Ginseng gegeben wurde.) Die Ginsengsoldaten absolvierten die Strecke im Durchschnitt 53 Sekunden schneller als die Placebogruppe. Diese Ergebnisse lagen weit jenseits der kühnsten Erwartungen von Brehkman. Zum ersten Mal hatte Brehkman und sein Forschungsteam den wissenschaftlichen Nachweis über die Wirksamkeit dieser uralten chinesischen Heilpflanze erbracht (Tabachnik & Dean, 1999).

Spätere Untersuchungen kamen zu vergleichbaren Erkenntnissen (siehe etwas Son u.a.).Bereits im Jahr 101 vor Christus war in einem chinesischen Handbuch zur Pflanzenheilkunde zu lesen, Ginseng „unterstütze die fünf wichtigsten Organe, beruhige die Nerven und den Geist, beende Krämpfe, vertreibe schlechte Geister, fördere die klare Sicht und verbessere das Gedächtnis“ (zitiert in Yance, S. 439). Diese aus Erfahrungen und Beobachtungen im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin gewonnenen Erkenntnisse, wurden durch die moderne Forschung immer wieder bestätigt und zeigen die Bedeutung von Erfahrungen bei der Prüfung der Wirksamkeit von natürlichen und hochkomplexen Wirkstoffkomplexen.

Anmerkung: Die jüngere sog. Systemtheorie liefert hierzu auch Grundlagen. Der Kybernetiker W. Ross Ashby stellte ein Grundgesetz der Systemforschung auf: Nur Vielfalt kann Vielfalt besiegen. Der menschliche Organismus ist von extremer Vielfalt, sein Funktionieren bis heute nicht vollständig geklärt. Wie kann man mit dieser Vielfalt umgehen? Ein Weg sind Wirkstoffkomplexe, die selbst höchst vielfältig sind, die sog. Adaptogene. Ginseng setzt sich etwa aus mehr als 200 Stoffen zusammen. Adaptogene zielen nicht primär auf ein bestimmtes Teilsystem im Organismus, etwa die Leber oder die neuronalen Zellen im Gehirn. Da sie vielfältig sind, können sie herausfinden, wo der Organismus Unterstützung benötigt, um sich zu erhalten.


Ginseng Wurzeln

Zum asiatischen Ginseng (Panax ginseng) gibt es eine große Zahl von Untersuchungen und Erfahrungsberichte. Yance (2013) nennt und belegt 29 Einsatzfelder. Ginseng ist eine der am längsten gebrauchten und untersuchten Heilpflanzen mit adaptogenen Eigenschaften. Mittlerweile ist die Anzahl der Untersuchungen auf über 5200 angewachsen. Die erste nicht-chinesische Untersuchung stammt im übrigen von dem deutschen Forscher A. Eckardt aus dem Jahr 1948. Panax Ginseng ist in der Tat das am meisten untersuchte Adaptogen. Die oft gehörte Aussage, wenig untersucht, keine Belege – ist schon längst hinfällig, zudem in China, wie berichtet, bereits vor zwei Jahrtausenden Erkenntnisse bekannt waren, welche die moderne Forschung nur bestätigen kann. Es gibt reichhaltige Erfahrungen, die ständig anwachsen aber wenig ausgewertet sind. Warum sollte die chinesische Elite vor vielen hundert Jahren den Preis von Ginseng mit einem dreifachen Gewicht von Gold aufgewogen haben? Warum sollten sie den Verzehr des „Geschenks der Götter“ für den normalen Menschen verboten haben? Für andere Adaptogene gilt im übrigen Vergleichbares. Der Pilz Reishi war so hoch geschätzt, begehrt, dass die chinesische Elite seinen Konsum für den normalen Menschen verbieten ließ. Das Besondere an der gesundheitsfördernden Wirkungsweise von Ginseng ist, daß die Wurzel und Blätter immer dort wirken, wo sie Schwachstellen im Körper finden.

  • Zur Wirkung von Ginseng möchten wir auf den ausgezeichneten Artikel von Dr. med. Klaus Mohr, „Heilpflanze zur Verbesserung der inneren Widerstandskraft“, erschienen in der Reformrundschau, verweisen. Klaus Mohr schildert die Wirkungen von Adaptogenen im Allgemeinen und erläutert dann detailliert die Wirkung von Ginseng auf die Gesundheit. Panax Ginseng ist ein Adaptogen. Es gibt dem Körper Energie für physische und geistige Tätigkeiten. Es erhöht die Widerstandskraft des Organismus, Müdigkeit, Nervenkrisen, Angstzuständen und stärkt das Immunsystem. Die Zellen im Körper freuen sich daher auf Ginseng. Machen sie Ärger, auch hier hilft Ginseng (Qi u.a.).

  • Die Energieproblematik steht im Zentrum der orientalischen Sichtweise des Funktionierens eines Organismus. Ein Ungleichgewicht im Energiefluss ist die Quelle vielfältiger Probleme (siehe hierzu etwa Servan-Schreiber und seine Beobachtungen. Er führt tibetanische Mediziner an). Diese Sichtweise überschneidet sich mit der Stresstheorie und der Homoöostase der modernen Biologie. Chronischer Stress beschädigt das Gleichgewicht im Körper. Ginseng versucht die Homöostase wieder zurückzugewinnen.

  • Das liegt an der adaptogenen Eigenschaft von Ginseng. Ein "Adaptogen" ist ein komplexes Naturprodukt (Pflanze oder Pilz), das dem Körper erlaubt, sich besser den jeweiligen Erfordernissen und Herausforderungen, insbesondere Stress anzupassen, indem es die Körperfunktionen selbständig in Einklang bringt und den Körper hilft, gesund zu bleiben. Adaptogene helfen dem Menschen mit höherer körperlicher und geistiger Ausdauer und Vitalität zu leben, die körperlichen Kosten von Stressoren einzuschränken, unsere regenerativen körperlichen wie mentalen Fähigkeiten zu erhalten oder wenn geschwächt, zu erneuern. Immer mehr Menschen „dopen“ sich im Arbeitsleben. Sie wollen ihre Leistung steigern oder weniger schnell ermüden. Man fragt sich, warum sie nicht Ginseng nehmen – anstelle Geld für „Drogen“ auszugeben, Nebenwirkungen einzuhandeln, abhängig zu werden. Zudem kostet Ginseng weniger. (Zur körperlichen und geistigen Leistungssteigerung von Ginseng siehe den unten angeführten Artikel von Kaneko & Nakanishi.) Warum viele Menschen aller Altersgruppen chemische „Stimulanzen“ mit ihren vielen Nebenwirkungen einnehmen, bleibt erstaunlich, zumal Ginseng im Vergleich zu diesen mindestens genauso gut wirkt, nebenwirkungsarm ist, viel weniger kostet.

  • Eine gute Darstellung der adaptogenen Eigenschaften von Ginseng, auch im Vergleich mit Rhodiola, gibt Vignutelli. Er bestätigt die unten angeführten Wirkungen von Ginseng auf den Organismus.

  • Ginseng stärkt das Immunsystem (Lee u.a.), mit vielfältigen Auswirkungen auf die Funktionstüchtigkeit des Körpers. Zu diesem Wirkungsbereich gibt es bereits 94 wissenschaftliche Untersuchungen. Die beiden jüngsten von Suzuki u.a .(2015) und Yennurajalingam (2015).

  • Eine Fülle von Studien belegt, daß und wie Panax Ginseng die Leistungskraft des Gehirns erhält bzw. seinen Abbau mit dem Altwerden aufhält (Überblick in Yance, 210-211). Warum auch jüngere Menschen sog. Neurohenhancer einnehmen, um ihre geistige Leistung zu verbessern und Arbeitsstress entgegenzuwirken, zeigt die Unkenntnis über natürliche Wirkstoffe wie Ginseng.

  • Ginseng gilt als natürlicher Kraftspender oder Energiespender und kann somit bei der Hilfe von Übergewichtigkeit helfen. Dadurch, daß er Energie bereitstellt, sich verstärkt zu bewegen (Lee u.a., 2014).

  • Wer Probleme mit seinem Sex hat, danke Ginseng. Für Frauen ist American Ginseng der ideale biologische Partner. Für diesen Bereich haben pharmazeutische Unternehmen versucht, die Sexualkraft von Ginseng in Medikamente umzusetzen und damit umgehend Proteste ausgelöst.

  • Die Wirkung von Ginseng gegen Müdigkeit ist gut bekannt und umfassend belegt. Auch bei durch körperlichen Verwerfungen bewirkter Müdigkeit, kann Ginseng helfen. „Ginseng kann die Müdigkeit verringern und besitzt eine signifikant positive Auswirkung auf die Lebensqualität“ (Etemadifar u.a. , 2013). Für den Nachweis, Ginseng helfe bei Müdigkeit, auch chronischer, sind viele Untersuchungen verfügbar, etwa Kim u.a. (2013) mit vielen Belegen.

  • Wer Problem mit seinem Glukose- oder Zuckermetabolismus hat, dem kann Ginseng beistehen (Fatmawati u.a, 2014).

Zusammengefasst: Ginseng wirkt somit, wie andere Adaptogene auch, auf den und im gesamten Organismus. Das Gehirn freut sich besonders. Es lebt auf, kann sich konzentrieren, seine Leistungsvermögen steigt – bestätigt durch klinische Studien (Vignutelli).

3. Was sind die Inhaltsstoffe von Ginseng

Über 200 Stoffe sind bisher nachgewiesen (Kim, 2012). Als die bedeutendsten gelten die Ginsenoside oder Saponine. Darüber hinaus gibt es viele weitere: Fettsäuren, Aminosäuren, Polysaccharide, Peptide. Sie unterscheiden auch den asiatischen Ginseng und seine nahen Verwandten (Noto Ginseng, Jiaogulan, American Ginseng) von Adaptogenen, die auch als Ginsengs bezeichnet werden (Ashwagandha, Eleuthero). Bis heute ließen sich 40 Ginsenoside identifizieren (Lee & Kim). Die Entdeckung neuer Wirkstoffe im Ginseng ist im übrigen noch nicht abgeschlossen, wie die Untersuchung von Im & Nah (2013) zeigt, welche Ginsenoside mit dem neu entdeckten Ginsonin vergleichen.


Komplette Ginseng Pflanze

4. Wer kann Ginseng einnehmen?

Je älter jemand ist, desto mehr bringt ihm Ginseng. Ein älterer Körper hat mehr Probleme, genauso wie ein altes Auto. Man muss den Körper gründlicher pflegen, seine Reparaturkraft erhalten, Energie für Körper und Geist erzeugen. Junge Menschen haben noch mehr Vitalkraft, ihre Körper funktionieren noch besser. Aber auch diesen hilft Ginseng.

Wer schwach ist, unter physischem oder psychischem Stress leidet, krank ist, dem hilft Ginseng. So schreiben Schilcher und Mitarbeiter zu Ginseng: „Aus der Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten seien genannt: Patienten, die unter starkem beruflichem Stress stehen; Schul- und Prüfungsstress von jungen Erwachsenen; Verhinderung des vorzeitigen Abbaus der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit im Alter; während der Rekonvaleszenz.“ Alt-Kanzler Helmut Schmidt nimmt seit 49 Jahren Ginseng. (Stand Juli 2014).

5. Von Mengen und Produkten

 

Besteht bei Ginseng die Gefahr von Nebenwirkungen?

 

Wir kennen keine Untersuchungen, welche einen schädlichen oder negativen Einfluss von Ginseng auf die Wirkung von Medikamenten haben (was nicht heißt, daß es solche nicht gibt. Wir wissen es aber nicht). Eine jüngere Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, daß Ginseng die Aufnahme von Medikamenten nicht behindert.
Vorsicht könnte angebracht sein, wenn jemand den Blutzucker senkende Arzneimittel einnimmt, da Ginseng deren Wirkung erhöhen könnte. Gleichfalls könnte Ginseng die Wirkung von Warfarin (Coumadin) erhöhen. Oft wird auf darauf verwiesen, asiatischer Ginseng könnte den Blutdruck steigern. Diese Aussage beruht vor allem auf Erkenntnissen einer fast 30 Jahre alten Untersuchung von Ronald Siegel, die jedoch mehrfach in ihren Ergebnissen widerlegt wurde. Der Forscher hat die Wirkungen von Koffein und Ginseng nicht auseinandergehalten (siehe zu diesen Aussagen Winston & Maimes, Adaptogens, S. 146, S. 57).
Eine jüngere Untersuchung hat viele Forschungen zu Ginseng ausgewertet. Ergebnis: „Keine ernsten Negativwirkungen wurden festgestellt.”

Dennoch ist zu erwähnen: Ginseng kann sehr stark wirken, vor allem die Gehirnaktivität mobilisieren und für manche Verbraucher zu viel körperliche Energie erzeugen. Insbesondere Frauen mögen daher Ginseng nicht so gern. Dagegen hilft unter anderem folgendes:

(1) Ginseng in geringen Mengen einnehmen. Diese Angebote sind oft in Drogerien verfügbar. Man muss hier genau auf die Inhaltsangaben achten. Die Qualität und die Belastung durch Schwermetalle und Pestizide bleiben in der Regel unbekannt.

(2) Man kann ein gut mit Ginsenosiden dosiertes Produkt kaufen, dessen Wirkungen jedoch im mittleren Bereich liegen. Dies kann auch aus Wurzeln aus dem Stamm und Blättern der Pflanze stammen (Die Wirkstoffe sind identisch).

(3) Man kann auf andere Ginsengs ausweichen, insbesondere Amerikanischen Ginseng, oder mit anderen Wirkstoffen aber vergleichbaren Wirkungen Ashwagandha oder Eleuthero. In Russland zur Zeiten der Sowjetunion ist man früh auf Eleuthero umgestiegen, nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen, weil der Asiatische Ginseng zu teuer wurde (Yance, 2013).

Welche Ginseng Produkte bietet Adaptogenics seinen Kunden?

Teepower hat derzeit zwei als „Ginseng“ bezeichnete Vitalstoffe verfügbar.

  • 1. Ashwagandha (indischer Ginseng)
  • 2. Eleuthero Extrakt (0,8% Eleutherosides)
  • 3. Ginseng (Panax Ginseng Extrakt, 30% Ginsenoside,, derzeit leider ausverkauft)
  • 4. Amercian Ginseng (derzeit ebenfalls ausverkauft)

Die Hauptwirkstoffe in den verschiedenen asiatischen Ginsengs sind identisch, aber in unterschiedlicher Konzentration. Dies gilt auch für den Amerikanischen Ginseng. Bei Ashwagandha und Eleuthero sind die Wirkstoffe grundsätzlich andere, die Wirkungen überschneiden sich jedoch mit dem von Panax Ginseng.

Wie der Leser schnell feststellt wenn er sich über Ginseng informiert. Die Anbieter sagen: unser Ginseng ist der Beste. Unterstellen wir zunächst, alle Ginsengs seien „sauber“, also frei von Schwermetallen und Pestiziden, was in der Regel nicht klar ist. Roter Ginseng wird mit Korea in Verbindung gebracht. Der meiste kommt jedoch aus China. Bei Rotem aus Korea ist besonders wichtig, nach Verunreinigungen zu fragen. Korea ist ein kleines Land mit massiver Umweltbelastung. Man vergleiche auch immer, wenn es um Adaptogene geht: welche Schadstoffe sind in welcher Konzentration im Vergleich zu normalen Ernährungsprodukten einschließlich „Bio“ enthalten.



Ginseng wird auch als Menschenwurzel bezeichnet, mit etwas Phantasie sehen die Wurzeln aus wie Menschen

 

Produkt von Teepower

 

Wir behaupten nicht, unsere Ginsengs ist der „Beste“, wie es viele Anbieter über ihren Ginseng sagen. Er hat gute Qualität und wird zu einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis angeboten. Bei wem immer man Ginseng kauft – vorausgesetzt, die Angaben der Hersteller bezüglich Inhalt sind verfügbar: Besser ist immer Ginseng überhaupt zu nehmen als keinen zu nehmen. Die Wahl des „Besten“ muss jeder für sich selbst entscheiden. Besser ist auch, Ginseng dauerhaft zu nehmen, und mit Ginseng nicht auf eine akute Störung zu reagieren. Wenn der Körper gut funktioniert, könnte man glauben, ich brauche nichts mehr. Was passiert, wenn sich die Homöostase schrittweise verschlechtert, ohne dass man viel merkt? Chronischer Stress erzeugt seine Wirkungen nicht in kurzer Zeit. Er baut sich auf in der Zeit.

6. Literaturverzeichnis:

Auf welche Quellen stützen sich die oben gemachten Aussagen? Dem Leser sei gesagt, daß Teepower die neueste wissenschaftliche Literatur zu Heilpflanzen, insbesondere Adaptogenen, ständig auswertet. Ginseng ist das am meisten erforschte adaptogene Heilkraut. Über 5000 Artikel allein in Englisch (Stand Mitte 2015).
Interessant ist, Forschungsbeiträge von koreanischen Wissenschaftlern zu lesen. Wir kennen keinen, der den sog. Roten Ginseng nicht über den Himmel lobt bzw. der zum Roten kritische Andeutungen macht. Vorsicht ist somit angebracht. Leider ist selbst bei einem so bekannten Heilkraut wie Ginseng der Informationsstand bescheiden. Die jüngere Forschung ist selten bekannt. Irrtümer und Vorurteile bleiben verbreitet.

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Dharmananda Subhuti: The Nature of Ginseng: From Traditional Use to Modern Research

Etemadifar , M. u.a., Ginseng in the treatment of fatigue, Int J Neurosci. 2013 Jul;123(7):480-6

Fatmawati S, Ersam T, Yu H, Zhang C, Jin F, Shimizu K: 20(S)-Ginsenoside Rh2 as aldose reductase inhibitor from Panax ginseng, Bioorg Med Chem Lett. 2014 Sep 15;24(18):4407-9.

Im, DS & Nah SY: Yin and Yang of ginseng pharmacology: ginsenosides vs gintonin, Acta Pharmacol Sin. 2013 Nov;34(11):1367-73

Kim, Dong-Hyun: Chemical diversity of Panax ginseng, J Ginseng Research, 36 (1): 1-15.

Kim HG1, Cho JH, Yoo SR, Lee JS, Han JM, Lee NH, Ahn YC, Son CG., Antifatigue effects of Panax ginseng C.A. Meyer: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial, PLoS One. 2013 Apr 17;8(4).

Lee, CH & Kim, JH: A review on the medicinal potentials of ginseng and ginsenosides on cardiovascular diseases, J Ginseng Res. 2014 Jul;38(3):161-6.

Mohr, Klaus: „Heilpflanze zur Verbesserung der inneren Widerstandskraft“, erschienen in der Reformrundschau.
Klaus Mohr hat im Übrigen ein bemerkenswertes Buch geschrieben, welches wir nur empfehlen können: Naturheilkunde für den Alltag, 4. Auflage, 2006.

Qi F, Zhao L, Zhou A, Zhang B, Li A, Wang Z, Han J, The advantages of using traditional Chinese medicine as an adjunctive therapy in the whole course of cancer treatment instead of only terminal stage of cancer, Biosci Trends. 2015 Feb;9(1):16-34.

Schilcher, Heinz, Susanne Kammerer, Tankred Wegener, unter Mitarbeit von Daniela Volkmann, Leitfaden Phytotherapie, 2007.

Servan-Schreiber, David: Die Neue Medizin der Emotionen. Stress, Angst, Depression. Gesund werden ohne Medikamente. 12. Auflage, Goldman, 2006.

Shergis JL, Zhang AL, Zhou W, Xue CC: Panax ginseng in randomised controlled trials: a systematic review, Phytother Res. 2013 Jul;27(7):949-65.

Son, E.H. und andere: Effects of Korean Ginseng and wild simulated cultivation ginseng for muscle strength and endurance, Korean Journal of Plant Research, 2o12, 25 (6): 657-663.

Suzuki T, Yamamoto A, Ohsawa M, Motoo Y, Mizukami H, Makino T., Ninjin'yoeito and ginseng extract prevent oxaliplatin-induced neurodegeneration in PC12 cells, J Nat Med. 2015 May 27.

Tabachnik, B. & Dean, W.: Adaptogens: Natural protection for stress maladaptions and recovery. 1999

Vignutelli, Alberto: Adaptogene: Die Wissenschaft hinter dem Konzept. Zwei Beispiele: Panax ginseng und Rhodiola rosea. 2009.

Winston, David & Maimes, Steven: Adaptogens. Herbs for strength, stamina and stress relief, 2007.

Yance, Donald, Adaptogens in medical herbalism, Rochester: Healing Arts Press, 2013.

Das Folgende ist anzufügen:

Ginseng ist ein Nahrungsergänzungsmittel. Es dient weder der Prävention und Diagnose, noch der Therapie von Krankheiten. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.

Alle Angaben ohne Gewähr. Jegliche Verwendung über den privaten Gebrauch hinaus bitte nur mit Genehmigung von Adaptogenics. Dies schließt die Abbildungen ein. Jegliche Haftung, insbesondere für eventuelle Schäden oder Konsequenzen, die durch die Nutzung des angebotenen Wissensstoffes entstehen, sind ausgeschlossen. Wir übernehmen keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier zur Verfügung gestellten Informationen. Copyright Adaptogenics.

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